Tales of Snowcat 10: Silent Knights

TALES OF SNOWCAT (10)

PERIOD6: Magician

ERA6: Light Baroque

AGENDA12: Boston Lockdown

DATE1: 06/30/ - 07/15/2076

BROADCAST6: Unter „SatHS in Danger“ wird Material als Dokumentation der Situation in Boston gedreht. Episode S3/E8 wird ab 08/21/2076 als Stream zu Verfügung gestellt.

PRODUCTION: Spinrad Media

APPEARANCE2 : AveRage, Doc, Eden, Fang, Fierce, Foggy, Liam, Mash, Mr. Tea, Shark Finn, Sinister, Snowcat, Tiernan;

SPECIAL APPEARANCE2;7: Alba13, Dana, Dave, Sionn, Tango; 

SPOILER ALERT: Die Episode enthält massive Spoiler auf Boston Lockdown von Catalyst Game Labs.

WARNING: Diese Trideoserie ist für Zuschauer unter 17 Jahren nicht geeignet. Sexualität, Gewalt, Magie, Tod, Kraftausdrücke und Drogenkonsum können vorkommen. Mitglieder der Howling Shadows sind in Waffen- und Magiegebrauch ausgebildet und sind sich der tödlichen Gefahr bewusst, mit der sie es während des Drehs zu tun haben. Zuschauer werden gebeten, diese Dinge nicht nachzumachen, es sei denn, es wird in einem Nachspannclip ausdrücklich erlaubt. Ferner ist absolut davon abzuraten, sich auf eigene Faust mit den gezeigten oder ähnlichen magischen Gefahren, Geistern und/oder Crittern anzulegen.

WAS BISHER GESCHAH:

Snowcat erfährt aus Matrixquellen frühzeitig von den Ereignissen in Boston. Als klar ist, dass der gesamte Sprawl wegen einer mysteriösen Krankheit, offiziell eine Version von Enzephalitis, abgeriegelt wird, beschließt Snowcat, nach Boston zu gehen, um nach Tango und Dave, zwei eingeschlossenen Freunden, zu sehen. Snowcat ruft das Team zusammen.

Alle UCler erklären sich sofort bereit, sich an der Mission zu beteiligen. Ein Teil bezieht in einem Lager außerhalb des Lockdown Stellung. Die Gruppe um Snowcat lässt sich in Boston abwerfen. Sie kapern Versorgungsdrohnen für ihre Reise in den abgeriegelten Sprawl. In Boston angekommen haben die Howling Shadows gleich den ersten Kontakt mit Shamblern, der wahren Bedrohung, die die Ursache für den Lockdown ist. Man kehrt schließlich bei Tango, dem Fechtlehrer von Snowcat, ein und baut dort das Basislager auf. Die Runner kommen schnell zu dem Schluss, dass es sich bei der ausgebrochenen Krankheit um eine veränderte Form von CFD handelt. Außerdem vermutet man, dass Experimente und Forschung von NeoNET sowie der Große Drache Celedyr und Cerberus für den Ausbruch verantwortlich sind. Das Team möchte unbedingt herausbekommen, was es mit all dem auf sich hat.

Innerhalb der nächsten Tage retten Snowcat und die Howling Shadows Dave und den Hub-Blogger, letzteren aus der HCZ. Außerdem befestigen sie ihr Lager und bauen es aus.

Ein gewisser DJ, ein Elf und vornehmlich Detective bei Knight Errant, erfährt von diesem Einsatz in der HCZ. Er nimmt Kontakt zu Snowcat auf und beauftragt sie, in die schlimmste Zone von Boston, die MCZ, zu gehen. Dort sollen die Runner neun Metamenschen rausholen. Bei dieser Mission wird den Runnern bewusst, wie viele Shambler und Rager es offenbar geben muss.

Kurz nach diesem Run meldet sich Zoh Rothberg, die Sprecherin des großen Drachen Celedyr, bei Snowcat. Sie hat gehört, dass unter dieser Nummer fähige Runner verfügbar sein sollen. Zoh beauftragt Snowcat, in das magische Labor Nummer 15 einzudringen und dort die Situation zu dokumentieren. Auch dieser Job gelingt. Allerdings bringt er gleich zwei unschöne Erkenntnisse mit sich: Die Shambler können regenerieren, und AveRage ist schon seit längerem mit CFD infiziert. Er infizierte sich bereits, als er vor Jahren in einem NeoNET-Labor in Albuquerque gefangen gehalten wurde.

Da Tangos Studio nun schon 19 Metamenschen beherbergt, beschließt man, Wohnmobile zu besorgen, um mehr Schlafplätze, WCs und Betten zur Verfügung zu haben. Auch diese Mission wird erfolgreich abgeschlossen, verläuft aber ohne die Führung von Snowcat, Liam oder Doc chaotisch.

Eines schönes Morgens wird Eden auf ihrem Wachposten auf dem Dach via Matrix angegriffen, weitere Commlinks spielen verrückt. Als man den Angreifer stellt, entpuppt er sich als Sionn, ein Elf aus dem O’Niall-Clan, der ebenfalls in Boston gestrandet ist. Sionn bleibt. Als O’Niall genießt er einen Vertrauensbonus. Es ist klar, dass er zukünftig mit auf Missionen gehen wird.

Während der nächsten Mission möchte Snowcat herausbekommen, was es mit dem Technomancer in der MCZ auf sich hat, der offenbar eine Armee aus Shamblern kontrollieren kann. Man findet heraus, dass er von einem anderem Stamm von CFD infiziert ist und dass es sich bei ihm um einen „Manipulator“ handelt. Vor dem Durchgang in die Zone trifft man auf die Reporterin Alba Garcia Ruiz, die man später ebenso mit in Tangos Studio nimmt wie die überraschend aus dem Haus befreite Hexe Dana Flynn, Edens Freundin aus Kindertagen. Für die sechs weiteren geretteten Metamenschen erhält Snowcat sechs Paar Schuhe, da DJ inzwischen bereit ist, für jeden aus der Zone Befreiten ein Paar Schuhe zu bezahlen und die Personen danach unterzubringen.

Um das Leben in Boston für die Gruppe angenehmer und sicherer zu gestalten, und damit man nicht immer zu Fuß unterwegs sein muss, beschließt man, zwei Limousinen zu organisieren. Auf dem Weg zum Zielort bemerkt AveRage, dass seine Schuhe ihm Probleme bereiten. Neue Schuhe werden in einer Mall besorgt. Währenddessen trennt Columbo sich von der Gruppe, wird von einem Shambler angegriffen und stirbt, noch bevor die anderen zu seiner Hilfe eilen können. Die Mission wird dennoch fortgesetzt. Man verbrennt Columbo auf einem Baseballdeld und nimmt seine Asche in einer Ares-Munitionskiste mit. Der Zielort erweist sich als ehemalige Knight-Errant-Polizeiwache, die inzwischen von Wolverine Security betrieben wird. Im Host finden sich Informationen, dass dies nicht die ganze Wahrheit ist. Siebzehn menschliche Wachmänner halten achtzehn Personen anderer Rassen gefangen, vergewaltigen die Frauen und zeichnen das auf. Das Team ändert den ursprünglichen Plan und arbeitet an der Befreiung der Gefangenen. Am frühen Abend tauchen Mitglieder der Knights of the Red Branch auf. Spontan beschließt die kleine Gruppe Howling Shadows, sofort zuzuschlagen. Während der Aktion setzt man den Anführer der Red Branch und dessen Bodyguard fest, befreit die Gefangenen und entkommt mit den Limousinen. Sieben Gefangene haben keinen Ort, an den sie sonst gehen könnten, darum nimmt man sie in Tangos Studio mit.

ANMERKUNGEN

1. Der Zeitstempel wird an unsere Zeitlinie angepasst und ist maximal an die offizielle Timeline angelehnt.

2. Die Episode wurde am 16.03.18 erspielt. Neben mir und dem GM, war der Spieler von Fang/Sinister, der Spieler von Eden/Mr. Tea und die Spielerin von Alba anwesend. Wegen den Widrigkeiten und Schönheiten des RL, können nur selten alle Spieler am Spielabend teilnehmen. Deshalb können Charaktere ohne weitere Erklärung auftauchen oder verschwinden. Darüber, welche Charaktere mit auf einen Run gehen, entscheiden die Spieler nach eigenem Gefallen. Das muss nicht immer die logistische Entscheidung sein. Manchmal ist ein Charakter mit auf einem Run, obwohl sein Spieler abwesend ist. In diesen Fällen wird der Charakter zwar mitgeführt, sein Handeln gerät, wenn möglich, aber in den Hintergrund. Der Spotlight soll auf Charakteren stehen, deren Spieler anwesend sind. Gegebenenfalls hinterlassen Spieler beim GM Regieanweisungen. 

Eine Beschreibung aller Charaktere und Marks findest du hier [LINK].

Eine Übersicht von Cast und Crew von SatHS findest Du hier [LINK].

3. Die verlinkten Songs sollen lediglich zu Stimmung beitragen und enthalten keine versteckten Hinweise. Jedenfalls meistens nicht :). Übrigens kaufen wir jeden in den Episoden verwendeten Song, sollte er sich nicht schon vorher in unserem Besitz befunden haben. Nicht nur, damit wir die Songs jeder Zeit auf all unseren Geräten abspielen können, sondern auch, weil wir damit den jeweiligen Künstler unterstützen möchten. Eine Liste mit dem kompletten SatHS Soundtrack findest du hier [LINK]. Eine YouTube Playlist zur aktuellen Season findest du hier [LINK].

4. Die Truppe mit der Captain America (Marvel) im zweiten Weltkrieg gegen Hydra ins Feld zieht, heißt „Captain America and the Howling Commandos". Daran angelehnt, entstammt die Titelidee eigentlich. Abgesehen davon, ist „Howling Shadows“ der Titel des aktuellen Shadowrun® -Critter Quellenbuchs von Catalyst. Wir fanden die Doppeldeutigkeit gerade bei der Zusammensetzung des Teams passend. 

5. Eine Übersicht des Steampunk- Journals findest Du hier [LINK].

6. In den ‚Tales of Snowcat’ erzählt Snowcat einem imaginären, nicht näher definierten Zuhörer die Ereignisse aus ihrer ganz persönlichen Sicht. ‚Period' beschreibt dabei den Lebensabschnitt auf dem sich Snowcat befindet. ‚Era' beschreibt das Farbthema, unter das Snowcat in dieser Zeit den Inhalt ihres Kleiderschranks gestellt hat. ‚Broadcast‘ fasst zusammen, was von dem per Drohne gedrehten Material dem Trideo-Zuschauer der Serie Snowcat and the Howling Shadows zur Verfügung gestellt wird und wann es gestreamt wird.

7. Einige der Namen, die in der Geschichte auftauchen, sind auch in der offiziellen Shadowrun-Welt ein Begriff. Ähnlichkeiten sind beabsichtig. Allerdings kann das hier dargestellte Bild auch deutlich von dem Bild im SR-Kanon abweichen, da es unserer Spielwelt angepasst wurde.

8. KE, kurz für Knight Errant, ein Sicherheitskonzern und Tochter von Ares Marcotechnologies.

9. Teilweise stehen Dialoge in diesen « » Textzeichen. Die gesprochenen Worte werden dann vornehmlich via Teamnetzwerk oder Commlink verbreitet und sind für Wesen, die keine Mitglieder im Teamnetzwerk sind, nicht oder nur schwer zu hören. Ferner stehen in < > schriftliche Nachrichten und in ‹ › stehen Dialoge via Geistesverbindung, wie zum Beispiel die mit einem Geist unter Kontrolle, Gespräche via Mindnet oder Dragonspeech.

10. „AveRage“ hat seine Drohnen-Kamera-Einheiten, die je aus drei CU^3 bestehen, nach berühmten Kameramännern benannt.

11. Snowcat sieht die Geister, die einen Element zugeordnet sind als klassische Elementarwesen:  Luftgeister sind Sylphen, Erdgeister Gnome (früher Brownies), Feuergeister Salamander und Wassergeister sind Undinen. Jeder Geist, den sie beschwört, hat für sie zudem einen eigenen Namen. Guidance Spirits sieht Snowcat als weise Paten, die sie mit Godfather und Godmother betitelt. Guardian Spirits sind für sie Warden, also Krieger verschiedenen metamenschlichen Rassen. Die Warden tragen als Hommage an meine Lieblingsbuchsreihe den ‚Dresden Files‘ von Jim Butcher, die Namen von den Warden des White Council. Spirits of Man sind für sie Leprechauns (Kobolde) und Task Spirits sind Brownies. Beast Spirits bekommen den Titel Master und Plant Spirits den Titel Mother (z.B. Master Wolf oder Mother Oak). 

12. Schlagwort(e), Überschrift(en) unter dem die Episode steht.

13. Alba wird von der Spielerin T. geführt, die an zwei Abenden ins RPG reinschnupperte. Es hat ihr gefallen und sie bleibt dabei. (Wenn sie ein bisschen spielfester ist, wird ihr Charakter auch wählbar sein.)

14. NPC, der in Boston gerettet wurde und für den Verlauf der Geschichte keine namenhafte Rolle spielt. Max und Caroline sind eine Hommage an die Serie: Two Broke Girls.

15. Der Song wurde von dem Spieler von Sinister ausgesucht.

POSTED BY SNOWCAT

[Song 1: Dotan - Home3] Wir kündigten unsere Rückkehr via Commlink an. Ich bat Doc und Mash, sich bereitzuhalten. Wir hatten Gefangene mitgebracht.

Wie erwartet war es dann Fierce, die uns die Einfahrt zum Gelände von Tangos Studio öffnete. Unser Tor bestand schließlich aus einem Feuerwehr- und einem Müllwagen.

Da wir zudem mit sieben weiteren Gästen zurückkehrten, dauerte es nicht lange, bis sich mehr von unseren Mitbewohnern zeigten. 

Finn hatte sich die beiden gefesselten und geknebelten Knights of the Red Branch geschultert. Doc und Mash kamen ihm entgegen. 

„Wer ist denn das?“, fragte Fang. 

„Das sind die, die uns alles sagen werden, was sie wissen!“, erwiderte Liam in eiskaltem Ton. Dann sah er zu Mash und meinte etwas leiser: „Und danach sind sie für dich!“

Mash lächelte kurz. „Dankeschön.“

„Lasst uns die Gefangenen in eine ruhige Ecke bringen“, forderte Doc.

Fang sah Average auf die Troll-Kinderschuhe mit Elefantenohren und AR-Rüssel. Breit grinsend sagte er: „Schicke Schuhe!“ Fang lachte.

Dana kam, um Eden zu umarmen. Sie war froh, ihre Freundin gesund und wohlauf zu sehen. Eden erwiderte die Umarmung herzlich, machte sich dann aber auf, um sich um die Reinigung und Pflege ihrer eigenen und der erbeuteten Waffen zu kümmern. Ich nahm an, dass ihr dieses Ritual dabei half, mit dem Erlebten der vergangenen Stunden klarzukommen. 

Alba und Sinister registrierten die sechs Elfinnen, die arg mitgenommen aussahen, und das trotz der Healthy-Glow-Zauber, die ich noch in der Limousine gewirkt hatte. Das ungleiche Paar half den Neuankömmlingen in den Bereich von Tangos Tanzhalle, den wir mit Sichtschutz abgegrenzt und zum Krankenzimmer umfunktioniert hatten.  

Zwischendurch lächelte Alba AveRage freundlich an. „Coole Schuhe!“, sagte sie und klang, als meine sie es ernst, was AveRage freute. 

Max14 und Caroline14, Krankenschwestern bei Mash in Ausbildung, standen bereit, augenblicklich mit der Versorgen der Patienten zu beginnen. 

Fang griente. „Habt ihr Kaffee mitgebracht?“, fragte er in die Runde der Neuankömmlinge. Einige der Frauen reagierten beinahe schon ängstlich auf die locker vorgebrachte Frage. Nur der Ork antwortete im neutralen Ton. „Nein, tut mir leid!“

Fangs Erwiderung ging in der überraschten Frage von Fierce unter: „Wo ist denn Columbo?“

„Der hat es nicht geschafft!“, erklärte Liam und zeigte auf die improvisierte Urne in Form einer Ares-Munitionskiste. „Hier sind seine Überreste drin.“

Plötzlich war es ein bisschen so, als habe man den Schwung aus unseren Leuten genommen.

„Oh! Fragg!“, entfuhr es Fierce. „Wie das?“

„Das berichte ich alles gleich beim Debriefing“, erklärte ich. Ich sah zu Mash. „Wenn du unsere Gäste versorgt hast, sieh dir bitte Eden und Shark Finn an. Die Rüstungen sollten das meiste an Schaden abgefangen haben, deshalb eilt es nicht.“

Mash bestätigte mit einem Nicken.

Fang deutete in die Richtung, in die Shark Finn die Gefangenen gebracht hatte. „Sind die für den Tod von Columbo verantwortlich?“

Ich schüttelte den Kopf. „Nein, sind sie nicht!“, erwiderte ich ruhig und lächelte dann. „Gedulde dich bitte noch etwas wegen der Details.“

Fang nickte. „Ja, klar!“

❄️

Nach kurzen Gesprächen mit Mash und Doc zog ich mich auf ‚mein Dach nebenan‘ zurück, damit der funkelnde Sternenhimmel mir beim Ordnen meiner Gedanken helfen konnte. Das Debriefing musste solange warten.

Alles, was ich zum Tod von Columbo denken konnte, hatte ich bereits unterwegs zu Ende gedacht. Der fade Beigeschmack würde sicher mit dem ersten Whiskey vergehen. 

Es waren die befreiten Frauen, die mich nun beschäftigten. 

Mash würde ihre Körper heilen.

Unsere Krankenschwestern kümmerten sich bereits um sie. Selbst Sinister kümmerte sich. Doch die Wunden auf den Seelen der jungen Frauen würden nicht so leicht heilen. Dunkle Erinnerungen an diese Zeit würden die Narben immer wieder aufreißen. Albträume würden kommen. Einige würden es besser wegstecken können, während andere weniger gut damit klarkommen würden. 

Ich seufzte schwer. Täglich mehrfach vergewaltigt worden zu sein konnte niemand einfach verarbeiten. Der Blick der Frauen auf Liebe und Sexualität würde sich für immer verändert haben.

Es gab so viel, was Seelen brechen konnte. 

Der Boston Lockdown hatte der Liste neue Schlagworte zugefügt.

Was war, wenn zum Beispiel Eltern zu Shamblern geworden waren und deren Kinder sie als Shambler erlebt hatten? Vertrauen und Geborgenheit konnten in solchen Fällen für immer verloren sein.

In jedem Fall würde die Verarbeitung Zeit und psychologische Betreuung brauchen.

Gab es einen Weg, der den seelischen Leidensweg leichter durchbrach? 

Ich überlegte einen Moment. 

Vielleicht gab es ihn tatsächlich. Ich könnte den Alter-Memory-Zauber lernen. 

Auf Wunsch des Opfers könnte ich damit dessen Erinnerung sanft abwandeln. Natürlich würde ich nicht alles vergessen lassen und die Lücken nicht einfach durch Bilder einer heilen Welt ersetzen. Ich würde nur die alles beherrschenden Bilder manipulieren, auf ein erträgliches Maß reduzieren oder ausblenden. 

Psychologisch wäre das umstritten, aber ich war mir ziemlich sicher, dass es helfen konnte. Besonders, wenn eine dauerhafte psychologische Betreuung nicht zur Verfügung stand.

Der Gedanke an die neuen Möglichkeiten durch den Zauber munterte mich auf. 

Natürlich würde ich für den - offiziell verbotenen - Zauber erstmal die Formel besorgen müssen, um ihn lernen zu können. Aber das MIT&T war ja nicht weit - und die Abteilung mit den verbotenen Zaubern war aktuell sicher nicht sonderlich gut bewacht.

❄️

„Warum hat Sinister sich denn nur um die Elfen gekümmert und den Ork regelrecht links liegen lassen?“, hörte ich Alba leise Tango fragen, als ich einen Fashion-, einen Healthy-Glow- und einen Makeover-Zauber später nach unten zurückkehrte. „Weil der ein Mann ist? Oder hat sie Probleme mit Orks?“ 

Tango zwinkerte zwei mal mit den wimpernlosen Lidern seiner Augen. Ein klares Zeichen dafür, dass er über seine Antwort nachdachte. „Ihhm, ich denke, Sinister hat kein Problem mit Orks. Aber bisher fühlt sie sich mehr zur eigenen Rasse hingezogen. Den Frauen zu helfen, lag ihr bestimmt besonders am Herzen“, antwortete er diplomatisch.

Ich schmunzelte kurz, dann sammelte ich mich und rief alle zum Debriefing. Ich bezog Dave, Dana und Tango mit ein. Als sich Alba dazusetzte, widersprach ich nicht. 

Sionn kam mit Eden aus Richtung Tanzstudio. Sie sah traurig, aber gefasst aus. Sionn hatte den Arm um sie gelegt. Der Tod von Columbo beschäftigte Eden. Sionn hatte sie offenbar getröstet. Das brachte ihm nun missfallende Blicke von Sinister und Tiernan ein. 

Ich wartete, bis alle sich gesetzt hatte, trank einen Schluck Wasser und stand dann wieder auf. Mit ruhigen Worte fasste ich zusammen, wie wir losgegangen waren, wie AveRage neue Schuhe gebraucht hatte, wie sich Columbo abgesetzt und später gemeldet hatte, dass er von einem Shambler angegriffen worden war. Ich beschrieb, wie wir gerannt waren, um Columbo zur Hilfe zu eilen, wie wir ihn vorgefunden hatten - und wie und warum wir einfach zu spät gekommen waren. Als ich berichtete, wie Columbos Augen noch geflackert hatten und wie er sich leise bei mir für unseren Rettungsversuch bedankt hatte, hatte Alba Tränen in den Augen. 

Ich ließ die Stille einen Moment wirken. Liam stellte stumm eine große Flasche Whiskey und ein Tablett voller Gläser auf den Tisch. Sionn begann sofort mit dem Einschenken. Er dachte daran, für AveRage ein Glas mit NukeIt-Limonade zu füllen.

Ich fuhr fort: „Wir haben ihn gleich verbrannt. Seine Asche haben wir in einer improvisierten Urne mitgebracht. Dann können wir im Anschluss an das Debriefing eine Totenwache abhalten. Seine Waffen und restlichen Wertsachen haben wir ihm abgenommen. Seine Ares Predator kommt später im Bootshaus an die Wand. Soweit ich weiß, hatte Columbo zumindest eine Ex-Frau, an die er so etwas wie Alimente zahlte. Wenn wir zu Hause sind, werden wir uns darum kümmern, sie ausfindig zu machen.“ Ich holte tiefer Luft. „Wir werden aus dem Tod von Columbo lernen.“

Sinister meinte: „Das wäre nicht passiert, wenn er nicht alleine gewesen wäre. Niemand sollte ab jetzt alleine unterwegs sein.“

Ich sah die schöne, dunkelhaarige Elfe an. „Dass irgendwann irgendwo jemand alleine ist, wird sich nicht immer vermeiden lassen.“

Sinister widersprach: „Wir sind so viele, da können wir es uns leisten, immer mindestens zu zweit zu sein.“

„Wir sind viele, das stimmt. Aber wir haben viel zu tun, und sind gerade hier in Boston immer in kleineren Gruppen um die fünf Personen unterwegs. Was wir tatsächlich aus dem Tod von Columbo lernen ist folgendes: Erstens, die Shambler sind auch einzeln gefährlich. Zweitens, wir müssen alles ansagen, jeden Angriff und jede Begegnung melden, besonders, da es durch die Verbindung via Mindnet-Zauber fast nichts gibt, was uns an der Kommunikation hindern kann. Drittens, wir dürfen uns nicht scheuen, um Hilfe zu bitten, selbst, wenn wenn uns das schlecht aussehen lässt, weil wir einen Fehler gemacht haben.“

Niemand wendete etwas ein, auch Sinister nicht.

Ich hob mein Glas mit Whiskey. Die anderen taten es mir nach. „Auf Columbo!“ 

„Möge er immer genügend Ares-Sachen finden!“, fügte AveRage hinzu.

Sionn, Fierce, Shark Finn, Tiernan und Liam leerten ihr Glas in einem Zug. Ich beließ es bei einem Schluck, obwohl es mehr als nur gut schmeckte und tatsächlich gegen den unangenehmen Geschmack in meiner Kehle half.

Sionn wollte auch gleich nachschenken. 

Ich hob meine Hand. „Warte damit bitte noch, bis ich von heute zu Ende berichtet habe“, bat ich. „Gleich im Anschluss starten wir dann mit einer ordentlichen Wake!“

Sionn nickte.

Also berichtete ich, wie wir die Limousinen entwendet, was wir sonst noch in der Wolverine-Security-Wache vorgefunden hatten, wie dann Red-Branch-Charlie gekommen war, wie wir daraufhin unseren Plan über den Haufen geworfen hatten, und wie wir schließlich vorgegangen waren. „Wir, respektive Doc, werden unsere beiden Gefangenen von den Knights of the Red Branch verhören. Wenn sie Informationen haben, die uns noch irgendwie nützlich sein könnten, oder wenn sie noch weitere solche Stationen besitzen, werden wir dementsprechende Missionen vorbereiten. Sieben der insgesamt 18 Befreiten wussten nicht mehr wohin, also haben wir sie mit hier her gebracht. Sie werden ab nun bei uns wohnen.“ Ich trank noch einen weiteren Schluck Whiskey und meinte danach: „Was mich auch gleich zum nächsten Punkt bringt. Mit den Neuen sind wir jetzt 29 …“, ich räusperte mich, ich hatte Columbo mitgezählt, „ … Entschuldigung, 28 Personen hier. Dank der beiden Airstreams reichen die Betten noch. Wir haben insgesamt vier Duschen und auch vier WCs. Mit 28 Personen kommen wir langsam an den Rand unserer Kapazität. Da wir auf Reinigungszauber zurückgreifen können, bereitet die Küche das größte Problem, danach folgen unsere Lagernöglichkeiten. Darum denke ich wir sollten umziehen.“

Alle sahen mich aufmerksam an. Sie stimmten mir zu. „Ich hatte zunächst an ein kleines Hotel gedacht, weil dort Küche und ausreichend Zimmer vorhanden sein würden. Da CFD aber am Abend ausgebrochen ist, würden wir dort mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit jemanden vertreiben müssen. Darum denke ich, dass eine Highschool das richtige für uns wäre.“

Eden nickte. „Finde ich gut. Da gibt es eine Küche, eine Cafeteria und einen Sportplatz, sowie eine Turnhalle.“

„Und Snackautomaten!“, freute sich Fierce. „Also, habe ich gehört. Die Schulen in den UCAS sollen ja groß sein und sowas alles haben.“

„Es könnte da sogar ein Labor geben“, überlegte Tiernan. „Und vielleicht sogar eine Werkhalle, je nach Schule.“

Ich lächelte. „Genau! Schulbusse, eine Krankenstation, ein Lehrerzimmer, welches wir als Konferenzraum nutzen können, Klassenzimmer, um Familien unterzubringen, eine Bibliothek, und wenn wir Glück haben sogar einen Schulgarten!“

Alba meldete sich zu Wort. „Ich war auf der Claremont Academy, Boston Elite. Das ist eine Privatschule mit Internatsanteil. Die Schule ist sehr gut ausgestattet. Es gibt zwei Wohnheime mit Platz für knapp 500 Schüler und sogar einen Pool. Die Schule liegt weder in der MCZ noch in der HCZ, sollte also zugänglich sein. Für die Lehrer gibt es dort sogar Wohnungen. Und das beste: Einige Tage vor dem Ausbruch haben die Sommerferien angefangen. Demnach waren keine Schüler mehr da. Die Lehrer, die selbst noch nicht in den Ferien waren, waren dann alle in dem jährlichen Sommercamp, das ungefähr eine Woche dauert. Bis auf den Hausmeister und zwei Sicherheitsleute sollte die Schule so gut wie leer gewesen sein.“

Ich machte große Augen und legte den Kopf leicht schief. Mein eisweißes Haar floss zur Seite. Sionn seufzte kurz. Ich sah Alba lächelnd und ein wenig skeptisch an. „Das klingt viel zu gut, um wahr zu sein. Sagst du das nicht nur, um dich bei uns einzuschmeicheln?“

Alba lachte ein wenig. „Nein. Bestimmt nicht. Wir können ja hingehen und es uns ansehen. Was genau da gerade los ist, weiß ich ja auch nicht.“

Ich nickte, „Wir sehen uns das Gelände morgen mal an. Danke. Und ob es da nun gut ist oder nicht, deine Ortskenntnisse sind in jedem Fall nützlich.“

Albas Wangen röteten sich vor Freude über das Lob.

❄️

Bei der folgenden Gedenkfeier beziehungsweise Totenwache für Columbo floss der Alkohol in Strömen. Natürlich holten Tiernan, Sionn und ich die Instrumente heraus und gaben ein paar fröhliche irische Songs über das Leben, das Trinken, die Liebe und den Tod zum Besten. 

Wir erzählten Alba, den anderen ‚Neuen’ und den Geretteten von unserer Gedenkwand im Bootshaus in Seattle und packten Geschichten von vergangen Abenteuern aus. Was Columbo anging, konnten nur Mr. Tea und die anderen Chummer von ihm erzählen, die eben vor SatHS bereits bei UC gewesen waren.

Klar ging es zunächst überwiegend um Columbo, aber im Laufe der Nacht erzählten wir auch von den anderen, die wir im Laufe der Zeit verloren hatten und für die etwas an unserer Gedenkwand hing. 

❄️❄️

Einige derer, die nicht zum O’Niall-Clan gehörten, erschienen verkatert beim Frühstück. Sionn machte sich über alle lustig, die sich nur mit der heilenden Magie aus den Händen unseres Arztes Mash davon befreien konnten. 

„Du bist jetzt dran, Sis’!“, meinte Shark Finn mit einem leicht bösen Grinsen auf den Lippen zu Sinister. 

Sinister sah mit dem für sie typischen ernsten und leicht arrogant-spöttischen Blick zu dem Fomori. „Was? Mit Abendbrot machen?“ 

Finn schüttelte den Kopf. „Nee. Wir haben gerade Frühstück gegessen. Niemand will haben, was du kochst.“ Der Ansage folgte eine kurze Pause und dann der Zusatz: „Tiernan kocht viel zu gut! Nein, du bist jetzt dran mit deinem Interview. Foggy sagt, Interviews sind gut für die Quote. Und heute bist eben du dran.“

Ich lächelte. Durch die Wake war es ein spätes Frühstück gewesen und wir waren gerade dabei, uns zu zerstreuen, um uns auf die Aufgaben des Tages vorzubereiten.

Fierce schien von dem Interview gewusst zu haben, denn sie hatte das dünne Kabel aus ihrem Fernsteuerdeck in die Datenbuchse in ihrem Kopf gesteckt und flog bereits ein Squad CU^3-Drohnen in Position. 

Ich nahm mir noch einen Frühstückskeks und eine weitere Tasse Kaffee und erhob mich.

„Willst du dich noch hübsch machen?“, fragte Finn Sinister. „Makeup oder so?“

„Das würde keinen Unterschied machen!“, erwiderte Sinister.

„Moxi sagt, das macht immer einen Unterschied, aber meinetwegen musst du das nicht“, erzählte Shark Finn.

„Und du führst jetzt das Interview?“, fragte Sinister nach.

Finn nickte. „Ja, genau. Ich bin jetzt offizieller Interviewer von SatHS. Und das Interview wird in jedem Fall gesendet. Wir drehen das so lange, bis etwas Ordentliches raus gekommen ist.“ Sinister sah zu Foggy, der sich gerade ebenfalls zurückzog.

„Es ist genau wie Shark Finn sagt. Er führt das Interview und es muss ein vernünftiges Gespräch zustande kommen. Das Aussehen ist dabei fast nebensächlich“, bestätigte Foggy

Finn grinste Sinister zufrieden an. „Und, bist du bereit?“

Die Elfe setzte sich in Position und lächelte Shark Finn sogar freundlich an. „Ich bin bereit!“

„Ich hatte jetzt mehr eine Antwort wie: "Ich wurde bereit geboren" erwartet“, meinte Finn. „Aber gut.“

❄️❄️❄️

[Song 2: The Heavy - How You Like Me Know3,15]

Shark Finn: „Wie kommt’s, dass du so anders rüberkommst als die anderen Special Forces?“

Sinister: „Komme ich anders rüber? Ich komme mir ziemlich normal vor.“ 

Shark Finn: „Na, das trifft ja oft zu, dass man sich selbst normal vorkommt. Ich meinte, du kommst anders rüber als die anderen harten Jungs wie Iron Horse, Eden oder Thunderstrike. Woran liegt das?“

Sinister: „Wieso komm ich anders rüber?“

Shark Finn: „Na, genau das will ich ja von dir wissen.“

Sinister: „Meinst du, weil wir aus unterschiedlichen Einheiten kommen?

Shark Finn: „Nee, stopp! Du hast das falsch verstanden, ich stell’ die Fragen!“

Sinister: „Dann frag was, worauf ich antworten kann!“

Shark Finn: „Findest du, dass dein Verhalten anders als das der anderen Special Forces ist?“

Liam (kommt vorbei): „Du solltest eines wissen, ich bin via Commlink mit Shark Finn verbunden. Und jetzt gehe ich wieder rüber zu Doc!“

Sinister (nickt, lächelt): „Ich finde mein Verhalten nicht merkwürdig!“

Shark Finn: „Du benimmst dich außerhalb des Einsatzes nicht so militärisch. Warum nicht?“

Sinister: „Ich liebe das Leben! Da muss nicht alles militärisch sein.“

Shark Finn: „Was liebst du am Leben?“

(Eden taucht auf, setzt sich mit etwas Abstand an den Tisch)

Sinister: „Die Natur, Gesellschaft von Freunden. Gerne auch beides zusammen.“

Shark Finn: „Welche Art von Natur?“

Sinister: „Hauptsächlich Berge.“

Shark Finn: „Gehst du da auch Bergsteigen?“ 

Sinister: „Na, so klettern, also richtig klettern, Freeclimbing.“

Shark Finn: „Was ist deine höchste Errungenschaft beim Klettern?“

Sinister: „Keine Errungenschaften. Mir geht es nicht darum, den höchsten Berg bestiegen zu haben. Ich gehe klettern, weil es Spaß macht.“ 

Shark Finn: „Was war die beste Route oder eine der schönsten Partien, die du geklettert bist?“

Sinister: „Ach, da gibt es schon mehrere. Wir waren in einer kleinen Truppe in der Nacht bei Vollmond klettern. Das Licht war ganz diffus. Alles war friedlich und ruhig. Das war schön!“

Shark Finn: „Was ist für dich das schönste Element beim Klettern?“

Sinister: „Das Vertrauen auf die eigenen Kräfte.“

Shark Finn: „Machst du das im Einsatz nicht auch ständig? Auf die eigenen Kräfte vertrauen?“

Sinister: „Ja, also das ist so ähnlich. Beim Klettern hab ich alles im Griff. Im Einsatz muss ich mich auch um anderen kümmern. Beim Klettern trage ich die Verantwortung nur für mich.“

Shark Finn: „Fällt es dir schwer, mit der Verantwortung für die anderen umzugehen?“

Sinister: „Nein!“

Shark Finn: „Wir sind jetzt noch mehr geworden, wie ist das für dich?“ 

Sinister: „Da sind viele Zivilisten dabei. Damit steigt die Verantwortung noch mal. Es ist okay, aber anstrengend.“

Fierce: „Frag mal was schönes!“ 

Shark Finn: „Was sagst du denn zu deinem Spitznamen? Also dem knackigsten Hintern der Special-Forces-Geschichte?“ 

Sinister: „Finde ich gut.“ 

Shark Finn: „Du weißt, dass der Oheim eine Fernbedienung hat und deinen Catsuit am Hintern auf durchsichtig schalten kann? Was hältst du davon?“

Sinister: „Echt? Ich will auch so eine Fernbedienung haben! Ich frage Liam mal.“ 

Shark Finn: „Find ich gut, wenn du ihn fragst!“

Sinister (guckt auf ihr Commlink): „Das ging aber schnell!“ 

Shark Finn (grinst): „Ja, so ist er, der Oheim. Du hast also kein Problem damit, wenn andere dir nachsehen?“ 

Sinister: „Ich bin es gewohnt. Kennst du das? Du gehst 'ne Straße lang und spürst, wie alle dir nachschauen?“

Shark Finn: „Neee!“ 

Fierce: „Doch, Shark Finn, du kennst das. Manchmal ist es ein verstohlenes Schauen. Und wenn du mit Snowcat und Moxi unterwegs bist, wird sogar gepfiffen oder hinterher gegangen. Du, Sinister, passiert dir das oft, dass die Leute dir hinterher glotzen?“ 

Sinister: „Ich führ’ keine Strichliste, aber der Block wäre voll. Ich muss mich für mein gutes Aussehen nicht schämen.“

Shark Finn: „Ich stimme dir zu. - Musst du dafür eigentlich viel trainieren?“

Sinister (schüttelt den Kopf): „Nein. Ich mach nur normales Training!“

Shark Finn: „Was heißt normales Training?“ 

Sinister: „Ich brauche nicht viel, 20-30 Minuten am Tag in meinem Zimmer reichen mir völlig.“

Shark Finn: „Wen von den Howling Shadows würdest du als Freund bezeichnen?

Sinister: „Ehrlich gesagt, die Truppe ist schon cool. Ich drehe es um, ich könnte nicht mehr sagen, wer nicht mein Freund ist. Ich kämpfe für die Truppe. Aber echte Freunde hab ich noch nicht.“

Shark Finn: „Vermisst du Bloody Guts?“

Sinister (hebt den Arm): „Dagegen!“ (lacht) „Wir hatten nicht den besten Start, aber wir verstehen uns.“

Shark Finn: „Nun sind ja nicht alle Decker so wie Sionn…“

Sinister: „Der ist ja auch ein Elf!“

Fierce: „Was hat das damit zu tun?“

Shark Finn: „Sinister steht nur auf Elfen, das habe ich mir gemerkt. Foggy ist nicht dein Typ, aber Sionn schon?“ 

Sinister: „Ich würde ihn nicht von der Bettkante schubsen,“ 

Shark Finn: „Was macht ihn denn zu deinem Typ?“ 

Sinister: „Seine Verrücktheit.“ 

Shark Finn: „Aber er arbeitet schon völlig anders als alle bei den Special Forces, stört dich das nicht?“ 

Sinister: „Nein. Er kann sich im Dienst zusammenreißen. Er ist diszipliniert und zielgerichtet vorgegangen. Es ist nicht nur seine Verrücktheit, er sieht gut aus!“ 

Shark Finn: „Muss der Mann länger sein als du?“

Sinister (nickt): „Ja, das macht sich besser. Und ein knackiger Hintern schadet auch nicht beim Mann.“

Shark Finn: „Na, den kann man im Kilt schlecht sehen. Aber dafür kannste ja mal anfassen.“ 

Sinister: „Vielleicht hab ich es schon getan?“

Shark Finn (lacht und schüttelt den Kopf): „Nee, das wüsste ich. Das würde er uns allen erzählen.“

Fierce (lacht herzlich): „Genau! - Obwohl, nee. Das stimmt doch gar nicht. Vielleicht erzählt er das euch Jungs, aber mit mir teilt ihr sowas nie!“ 

Shark Finn: „Gar nicht wahr, wir weihen dich auch ein.“ (zu Sinister) „Also, die Kombination Decker und Sportlichkeit findest du anziehend?“

Tiernan (stellt eine Kanne Tee auf den Tisch): „Als Schotte hat er Plattfüße.“ (Tiernan ab)

Sinister: „Ja, die Verrücktheit, er ist attraktiv und vielfältig!“ 

Shark Finn (grinst): „Schotte eben - du kannst ihm das ruhig vorwerfen.“ 

Sinister (lächelt): „Und er ist ein Elf!“

Fierce: „Darf ich dir ´nen Tipp geben?“

Sinister: „Gerne!“

Fierce: „Sag ihm nicht, dass er cool ist, weil er ein Elf ist.“

Sinister (überrascht): „Okay, danke!“

Shark Finn (zu Fierce): „Das war aber ein großer Tipp! Das reicht dann auch.“(zu Sinister) „Wenn du mit Sionn auf ein Date könntest, zahlst du oder zahlt er?“

Sinister: „Er ist der Mann, er lädt ein! Er bringt Blumen mit. Er strengt sich an.“ 

Shark Finn: „Mit welcher Art Date kann er dich beeindrucken?  

Sinister (überlegt): „Mit einer Klettertour oder einem guten Club.“

Shark Finn: „Was ist ein guter Club?“ 

Sinister: „Die Musik muss stimmen, es darf nicht der billigste Fusel serviert werden.“

Shark Finn: „Na, Romantik ist, was man daraus macht, wie Eden sagte. Also gemeinsam hochklettern, bis zum Höhepunkt, das findest du gut?“ 

Sinister (nickt): „Genau. Nach der Anstrengung gemeinsam ins Tal schauen, das hat was.“

Shark Finn: „Worüber würdest du mit ihm reden?“

Sinister: „Das muss ich nicht vorher festlegen!“ 

Shark Finn: „Alle anderen fallen für die Bettkante aus, weil sie keine Elfen sind, richtig?“

(Sinister nickt)

Shark Finn: „Na, zum Glück haben wir Sionn - was ist denn mit den Mädels? Wenn Sionn jetzt ein Mädchen wäre …“

Fierce: „Sinister steht doch nicht auf Frauen!“

Shark Finn: „Bei ihrem Speed-Dating hat sie gesagt, dass sie für alles offen ist.“ 

Fierce (lacht): „Niemals steht Sinister auf Frauen! NIEMALS! Never, ever! Das hat sie nur gesagt, um sich interessant zu machen!“

(Sinister lächelt)

Shark Finn: „Also, Eden und du, hast du die Challenge angenommen?“ 

Sinister: „Gibt's da eine?“

Shark Finn (grinst): „Na, Eden ist auch spitz wie Nachbars Lumpi auf Sionn!“

Sinister: „Ich bin ein Elf!“ 

Shark Finn: „Da schätzt du Sionn falsch ein!“ 

Sinister (überlegt) : „Mein Willen ist stärker!“  

Shark Finn: „Aber Eden hat den Picknickkorb schon in Auftrag gegeben. Also musst du dich bemühen!“ 

Sinister: „Warum soll ich mich ihm annähern? Wie ich sagte, er ist der Mann!“ 

Shark Finn: „Du sollst dich anstrengen, weil er sonst für die nächsten paar Wo … Tage vergeben ist.“

Sinister: „Was sind schon ein paar Tage oder Wochen? Wenn er mich haben will, dann wird er das zeigen!“ 

Fierce: „Er soll dich also anmachen?“ 

(Sinister nickt)

Shark Finn: „Wie ist es mit dem Sex nach dem ersten Date?“

Sinister: „Nicht gleich nach dem ersten Date!“

Fierce: „Oh, mir fällt noch was ein, Sionn steht auf… ach ja, ich soll ja keine Tipps mehr geben!“

Shark Finn: „Also kein Wettkampf zwischen dir und Eden?“

Sinister: „Ich baggere ihn nicht an.“ (lächelt, dann selbstbewusst) „Ich gehe einfach nach vorne und hab die Fernbedienung.“ 

Fierce: „So ganz mit Andeutungen und Zeit lassen. Das kann ja alles dauern. Also kein Sex für dich hier in Boston.“ (seufzt) „Besser sieht es für mich ja auch nicht aus. Ich warte zwar erst noch, bis das Gesicht von dem Ork, Alex, abgeschwollen ist. Aber bei so wenig Rückzugsmöglichkeiten, wie wir hier haben, wird wohl keiner von uns in den nächsten Wochen Sex haben.“ 

Shark Finn (zu Fierce): „Na, wir ziehen wohl in die Schule um, dann wird es vielleicht besser mit den Chancen, wenigstens auf ein ruhiges Plätzchen.“ 

Fierce (erfreut): „Ach ja, genau, wie cool!“

Shark Finn: „Wenn dich schon außer Sionn niemand interessiert, dann kannst du doch ein paar andere Howling Shadows zumindest mit ein paar Worten charakterisieren. So von deiner Sicht aus. Und da du sonst immer so viel redest …“ (grinst kurz) „…beschränken wir das auf einen Satz. Wir starten mit Fang.“ 

Sinister: „Kindisch und engagiert, wenn es um die Truppe geht, fokussiert, wenn er was sieht.“

Shark Finn: „Mr. Tea.“

Sinister: „Riesenpotenzial, viel zu ruhig, immer coole Sprüche.“

Shark Finn: „Fierce.“ 

Fierce (hält sich die Ohren zu) 

Sinister: „Kindisch, passt zu Fang, ergänzen sich gut, bringen immer mit, was ihnen gesagt wird.“ 

Shark Finn: „Tiernan.“ 

Sinister: „Dass er Chaos ist, hat mich überrascht, er hat keinen chaotischen Eindruck auf mich gemacht.“

Shark Finn: „Doc.“ 

Sinister: „Sehr analytisch und genau, lässt nicht mit sich diskutieren, hohe Durchsetzungskraft.“ 

Shark Finn: „Mash.“ 

Sinister: „Am Anfang war ich skeptisch. Er ist erstaunlich unauffällig, aber zum richtigen Zeitpunkt da.“ 

Shark Finn: „Ja, das ist schon spooky. AveRage.“

Sinister: „Er hat seine genialen Momente.“

Shark Finn: „Foggy, ist nicht dein Typ, ich weiß ich schon, aber sonst?“

Sinister: „Total erfolgreich.“

Shark Finn: „Eden.“ 

Fierce (Richtung Eden): „Los, halt dir die Ohren zu!“ 

Sinister: „Nein! Das ist nicht nötig. - Stille Wasser sind tief.“ 

Shark Finn: „Der Oheim.“ 

Sinister (verzieht das Gesicht): „Wenn ich was Falsches sage, ist der grüne Punkt auf dem Commlink gleich wieder weg. Aber okay. Er ist mir unheimlich. Ich kann ihn am wenigsten einschätzen und nicht sagen, warum er was macht. Familie geht ihm über alles, und wenn er sich zwischen Team und Clan entscheiden müsste, käme der Clan immer zuerst. 

Fierce: „Vielleicht liegt’s daran, dass der Clan so cool ist. Was ist mit Shark Finn?“ (leise zu Shark Finn) „Los, halt dir die Ohren zu!“ 

Sinister: „Groß, stark, Beschützerinstinkt, Schutzschild für Snowcat.“ 

Fierce: „Nach Snowcat fragen wir nicht, oder?“

Shark Finn: „Genau! Aber du bist wegen Snowcat zu den Howling Shadows gekommen. Warum?“

Sinister: „Weil es von außen nicht so aussah, als wenn die Truppe auf sie aufpasst und ich dachte, so eine Elfe muss beschützt werden. Ich muss einen Beitrag leisten, damit ihr nichts passiert, denn das wäre schade - und ja, ich würde wegen ihr immer noch hierher kommen.“

Shark Finn: „Was für ein Instrument würdest du gerne lernen?“ 

Sinister: „Keines, ich bin nicht musikalisch.“ 

Shark Finn: „Darum geht es doch nicht. Man kann doch trotzdem ein Instrument lernen wollen.“ 

Sinister: „Wie heißt das kleine Teil mit den vielen Löchern? Mundharmonika? Ja, Mundharmonika, denn die kann man überall mit hinnehmen.“ 

Shark Finn: „Hast du Angst, dich hier mit CFD zu infizieren?“ 

Sinister: „Nee, hab ich nicht.“

Shark Finn: „Du meinst, die Naniten prallen an deiner Vornehmheit ab?“ 

Sinister: „Nein. Das ist Selbstschutz. Das Risiko läuft immer mit, aber ich hab keine Angst, das würde mich schwächen.“

Shark Finn: „Fühlst du dich eigentlich zurückgesetzt, wenn wir auf eine Mission gehen und du nicht mit dabei bist?“

Sinister: „Manchmal schon. Aber wenn die Entscheidung gefallen ist, ist es eben so. Es wird die Truppe losgeschickt, die die richtige ist.“ 

Shark Finn: „Fassen wir noch mal zusammen. Du stehst auf verrückt, willst erobert werden, Date beim Freiklettern oder in einem guten Club, Sionn ist der einzige, der Chancen hat, es gibt keine besonderen Dating-Rules, aber kein Sex nach dem ersten Date - und bring gefälligst Blumen mit? Stimmt das so?“

Sinister (nickt): „Und, hab ich anders geantwortet als du erwartet hast?“

Shark Finn: „Ich hab nix erwartet.“

Sinister: „Hast du jetzt ein anderes Bild von mir als vorher? Oder hat sich dein Bild bestätigt?“

Shark Finn: „Mein Bild hat sich erweitert. Es passt schon alles. Ich vertraue dir.“ 

Sinister: „Danke für das Interview!“

Shark Finn: „Ich danke dir, und viel Spaß mit dem grünen Knopf!“

❄️❄️❄️

"Sag mal, hast du vorgestern etwa Eden getröstet?“, fragte Tiernan Sionn ein wenig bissig.

Sionn fuhr sich mit den Fingern durch sein schwarzes, dichtes Haar. „Ja, klar. Ich wollte eigentlich mit ihr feiern, weil wir bei der Wolverine-Wache so unglaublich gut waren. Aber sie war voll traurig, weil Columbo draufgegangen ist. Da habe ich sie getröstet.“

Tiernan verschränkte die Arme. „Dann hast du sie ja ausgenutzt. Das finde ich scheiße!“

Erstaunen zeichnete sich auf dem Gesicht von Sionn ab. „Wieso ausgenutzt? Was hätte ich deiner Meinung nach machen sollen? Sie gegen den Arm knuffen und sagen "nichts für ungut, aber ich kannte den Typen nicht, darum gehe ich jetzt feiern"?“ 

„Zum Beispiel! Das ist besser, als sie auszunutzen!“ 

Nun lachte Sionn. „Oh Mann, Tiernan, du musst noch so einiges über Frauen lernen. Sie wirkte jedenfalls nicht so, als wenn ihr das nicht gefallen hat. Und sie war eben traurig, und dann tröste ich.“

„Wenn sie ein Mann wäre, hättest du sie nicht getröstet“, behauptete Tiernan nun.

„Natürlich nicht!“, gab Sionn zu. „Mit dem hätte ich …“

Sionn verstummte. Die beiden hatten eben den Raum betreten und sofort bemerkt, dass ich bereits dort war. 

Ich schmunzelte. Hätten sie das vorher gewusst, hätten sie vielleicht leiser gestritten, und das hätte ich sehr schade gefunden

„Hey, Snowcat!“, grüßte Sionn locker. „Ich habe jede Menge Noten von Balladen aus der Trix geladen. Wir können also die ganze Nacht Songs üben, wenn wir wollen.“ Er zwinkerte mir zu.

Ich lächelte. „Sehr gut!“, lobte ich. 

❄️❄️

[Song 3Boyce Avenue feat. Kina Grannis - With or Without You3] Wir hatten tatsächlich bis in den Morgen geprobt. Nicht, weil wir es nötig gehabt hätten - Tiernan, Sionn und ich waren gut genug, um Songs von Noten oder aus der Erinnerung spielen zu können -, aber es hatte einfach viel zu viel Spaß gemacht. Sionn hatte einige außergewöhnliche Arrangements mitgebracht, wir hatten so einiges ausprobiert und uns in der Musik verloren. Ich kannte das bereits von Abenden in Seattle, an denen ich mit Tiernan musiziert hatte.  

Zu den Proben hatte ich geladen, weil ich heute, am 3. Juli 2076, einen Balladen-Abend veranstalten wollte. 

Ich hatte gleich drei gute Gründe für ein solches Thema. 

Die von uns Geretteten hatten so viel Schlimmes erlebt, dass sie durchaus etwas Romantik gut gebrauchen konnten, und es schadete sicher nicht, wenn wir die lockere Stimmung, die mit Sionn in unser Haus eingezogen war, ein wenig unterstützen.

Im Rest der Sechsten Welt würde heute die erste Folge unserer dritten Staffel gezeigt werden. Ich wusste natürlich nicht, wie sie ankommen würde, aber es war damit zu rechnen, dass die ersten Bilder aus Boston so einiges an Aufsehen erregen würden. Doch wie auch immer die Serie ankam, allein die Tatsache, dass wir mit einer dritten Staffel online gingen, war ein Grund zum Feiern.

Außerdem hatten Harlequin und ich heute unseren vierten Jahrestag. Heute vor vier Jahren hatten wir das erste Mal gemeinsam Sex gehabt. Den Tag hatte ich dann später zu dem Tag erklärt, an dem unsere Beziehung begonnen hatte. Harlequin musste es ähnlich gesehen haben. Denn wir hatten das mit dem Jahrestag nie angesprochen, wir hatten ja nicht einmal irgendwann gesagt, dass wir nun ein Paar waren. Aber wir hatten den dritten Juli immer gemeinsam verbracht und gefeiert. In den vergangenen drei Jahren hatten wir uns dabei stets im Sommerurlaub befunden. Mein Liebster hatte mir geheimnisvolle Orte gezeigt, wir hatten uns mehrmals am Tag körperlich geliebt und uns unzählige Zärtlichkeiten zugeflüstert. 

Dieses Jahr war ich hier in Boston - ohne ihn. Da konnte ich ein wenig Romantik gut gebrauchen. 

Ich lächelte verträumt, als ich den äußerst romantischen, in Alt-Sperethiel verfassten Brief, den ich an Harlequin geschrieben hatte, scannte und so für die Übergabe via Liam vorbereitete. 

Mein Liebster, mein Geliebter, mein Ritter, der König meines Herzens, konnte heute nicht bei mir sein, aber wenn ich die Augen schloss, konnte ich spüren, dass er ebenso an mich dachte wie ich an ihn. Romantische Songs würden das Gefühl in mir verstärken. 

Ich bin fest davon überzeugt, mit meinem Liebsten so intensiv verbunden zu sein, dass er mein verstärktes Gefühl irgendwie spüren kann. Darum hatte ich vor, genau das zu tun.

Dem gefühlvollen Brief war eine Anmerkung beigefügt: ‚Henry weiß, wo sich der nächste Teil des Comics befindet.‘ Da ich Harlequin sowohl zu Weihnachten als auch zum Jahrestag einen Part der selbstgeschrieben und selbstgezeichneten Fortsetzungsgeschichte schenkte, waren wir inzwischen bei Band 8 angelangt.

Seit gestern gab es sogar noch einen weiteren Grund, heute hier eine besondere Art von Party zu feiern. Wir hatten in den letzten beiden Tagen einen Blick auf Albas Privatschule geworfen, und die schien ein wahres Juwel unter den Unterkünften zu sein. Ummauert, gut ausgestattet und da Ferien waren tatsächlich so gut wie leer. Die wenigen dort waren allerdings zu Shamblern geworden, die wir noch loswerden mussten. Bis auf ein paar Kleinigkeiten war das Gelände intakt. Es lag ein wenig außerhalb, sodass wir auch in Zukunft durchaus von Massen von Shamblern unbehelligt bleiben konnten. Wir würden definitiv umziehen! So war dies hier auch unsere Abschiedsfeier von Tangos Studio.

Liam hatte in der vergangenen Nacht als einziger bei unseren Proben vorbeigeschaut und zufrieden gegrinst.

„Na, das gefällt dir!“, hatte Sionn ihm zugerufen.

„Aber klar doch, wenn Tiernan und du Musik machen, dann weiß ich wenigsten, wo ihr seid. Dann bin ich sicher, dass ihr keinen Blödsinn macht!“, erklärte Liam. 

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„Best Fang and Fierce“ waren den Tag über damit beschäftigt, Utensilien für unseren Balladen-Abend zu organisieren. Hauptsächlich Kerzen und Kissen standen auf der Liste.

Nachdem ich gestern bereits alle gebeten hatte, sich zu überlegen, ob es Songs gab, die sie gerne hören wollen würden, war Eden auf die Idee gekommen, alle zusammenzutrommeln, um als gemeinsames Projekt einen Song rhythmisch zu begleiten. Alle hatte gerne zugesagt, zu den Proben zu kommen. Alle bis auf einen. Liam hatte sich geweigert, irgendetwas in die Hand zu nehmen, um zu einem Song darauf rumzuschlagen.

Eden hatte Fierce darauf angesprochen und diese hatte erwidert: „Mach dir nichts draus, der Oheim musiziert nicht und er tanzt auch nicht, nicht mal mit Granny oder so. Er wippt mit dem Fuß im Takt, das muss reichen.“

Als Tiernan, Sionn und ich schließlich die letzten Vorbereitungen für den Abend trafen, die Instrumente bereitstellten und stimmten, kam Eden immer wieder mit der einen oder anderen musikalischen Frage zu Sionn. Dabei legte sie den Kopf leicht schief und lächelte.

Kurz bevor das kleine Konzert losging - der Großteil unsere Zuhörer saß bereits im Kreis aus Kissen und Decken beisammen, es duftete nach Erdbeerbowle und frischen Kartoffelchips - kam Sinister, nur mit einem Handtuch bekleidet und noch leicht nass vom Duschen und lief an uns vorbei. Das brachte ihr einen giftigen Blick von Max14 ein, was die Elfe nicht weiter störte. Sie grinste, da sie die Aufmerksamkeit aller Männer auf sich gezogen hatte. Auch die von Sionn. Er vergaß für einen Moment, was er hatte tun wollen - und genau auf einen solchen Effekt war es Sinister angekommen. 

Mit unseren Neuankömmlingen aus den letzten Tagen wohnten nun insgesamt 28 Metamenschen hier. 14 davon waren Frauen. Das Geschlechterverhältnis in unserem Kissenkreis war also ausgeglichen. Was selbstverständlich nicht bedeutete, dass dies die Chancen auf Pärchenbildung erhöhte. Aber darauf war es mir bei der Gestaltung des Abends auch nicht angekommen.

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Für die Sicherheit waren in dieser Nacht Geister und Drohnen verantwortlich. Waffen, die zumindest alle Howling Shadows griffbereit hatten, taten der guten Stimmung keinen Abbruch.

Wir starteten mit klassischen Balladen vom Begehren und Verliebtsein. Im Laufe unseres Konzerts wurden das Tempo unserer Songs immer langsamer. Die Balladen, in denen es um unerfüllte oder verlorene Liebe ging, trieben so manchem die Tränen in die Augen. Gerade die frisch geretteten Frauen weinten. Eine Reaktion, auf die ich gehofft und die ich mit den Songs beabsichtigt hatte. Tränen jedweder Art verschaffen der Seele Erleichterung und setzen eine Heilung in Gang. 

Im dritten und letzten Teil boten wir dann Duette dar, die gegen Ende immer schwungvoller wurden. 

Ich unterstütze die jeweilige Stimmung immer wieder mit einer Trideo-Illusion, in der ich zum Beispiel Papierherzen von der Decke schweben oder einen Mond aufsteigen ließ oder gar einen Teil der Geschichte, die der Song erzählte, bildlich nachstellte. Entsprechende Gerüche rundeten das Ganze ab. 

Als der letzte Akkord der allerletzten Zugabe verklungen war, graute bereits der Morgen des neuen Tages. 

Ich seufzte zufrieden und glückselig. Ich war bei einigen Duetten sowohl Tiernan als auch Sionn sehr nahe gekommen. Zudem war in der Zeit der Probe eine gewisse Intimität zwischen uns entstanden. Wäre mein Herz nicht bereits vergeben gewesen, wahrscheinlich hätte ich mich in dieser Nacht in einen von den beiden verliebt.  

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Als ich wenig später voller Emotionen, zu denen auch die Sehnsucht nach dem König meines Herzens gehörte, nach oben in mein Zimmer kam, fand ich ein kunstvoll eingepacktes Geschenk auf meinem Kopfkissen vor. Es war quadratisch und hatte eine Kantenlänge von ungefähr 10 Zentimetern.

‚From H. with immortal love!‘

Ich setzte mich aufs Bett und öffnete das Papier vorsichtig mit klopfendem Herzen.

Darunter verbarg sich eine Schachtel und darin war in Seidenpapier eingeschlagen, ein gläserne Schneekugel, in der weiße Schneeflocken tanzten. Jedes Mal, wenn ich die Kugel schüttelte, erwachte darin ein bewegtes Bild zum Leben. Einmal waren es zwei Elfen auf Motorrädern, die durch die Wüste fuhren, ein anderes Mal lief ein Paar Hand in Hand am Montmartre entlang. 

Harlequin hatte wundervolle Momente unserer bisherigen gemeinsamen Zeit in die Kugel gebracht. Außerdem mischte sich unter die Schneeflocken mit jeder Szene etwas passendes wie beispielsweise Kirschblüten oder Sand.

Ich spielte wohl über eine halbe Stunde mit der Kugel, bevor ich sie auf mein Kopfkissen legte und mich neben sie bettete. 

Erst jetzt bemerkte ich, dass Shark Finn heute Nacht draußen vor meiner Tür schlief. 

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[Song 4: Madness - Our House3] Hatte ich schon erwähnt, dass sich das neue Gelände als wahrer Glücksgriff entpuppte, und es sich allein dafür gelohnt hatte, Alba mitzunehmen? 

Es gab zwei Wohnheime mit je 30 Doppelzimmern auf je vier Etagen, was uns 480 Betten nebst ausreichend Aufenthaltsräumen, Duschen und WCs verschaffte. 

Es gab einen Sportplatz, eine Turnhalle, ein Schulgebäude mit Klassenzimmern, Laboren und Musikräumen, eine alte Bibliothek mit digitalen Büchern und welchen aus Papier. Ein Verwaltungsgebäude mit Büros, Wäscherei, Müllverbrennung und Vorratskammer. Insgesamt gab es gleich mehrere Küchen, eine Cafeteria, eine Aula, ein Auditorium, einen Garten nebst Gewächshaus, eine Sicherheitszentrale, eine Krankenstation und einige Golfwagen, um damit übers ganze Gelände zu fahren. Wir fanden einen Pool mit Poolhaus, jede Menge Wartungs- und Putzdrohnen und ein Häuschen für den Hausverwalter mit einem kleinen Geräteschuppen. Das wundervollste war jedoch unser zukünftiges SatHS-Haus mit Wohnungen für Lehrer und andere Angestellte, die alle im Urlaub oder auf dem Ausflug gewesen waren. Die Statuten des Instituts sahen vor, die Wohnungen in den Sommerferien zwecks Grundreinigung leerzuräumen, also lagen nicht einmal persönliche Gegenstände herum, mit denen wir uns herumplagen mussten. Da waren einfach nur möblierte Wohnungen, die darauf warteten von uns bezogen zu werden. In der vierten Etage unseres Gebäudes gab es einen Aufenthaltsraum, ein Kaminzimmer, eine Gemeinschaftsküche mit gemütlichem Esszimmer, eine kleine Bibliothek, eine Bar nebst Lounge und ein Billardzimmer. 

Natürlich mussten Liam, Average und Sionn das Haussystem hacken und unter ihre Kontrolle bringen. Es gab einiges zu reparieren, und die Hand voll Shambler mussten wir ja auch noch loswerden. Aber für Runner wie uns war das alles kein Problem. 

Die Shambler, die offenbar zum Personal des Instituts gehört hatten, lockten wir einfach mit Geräuschen an. Fang und Fierce ließen sie dann mithilfe von ein paar leeren Dosen so lange hinter dem Motorrad hinterherlaufen, bis die Shambler ausreichend weit von uns entfernt waren.  

Die ersten zwei Umzugstage verbrachten wir mit Reparaturen. 

Im Anschluss machte Tiernan sich daran, den Zaun an diversen Stellen zu verstärken und die Zugänge mit Wällen und Toren abzusichern. Währenddessen kontrollierte ein anderer Teil des Teams jedes Zimmer und jeden Raum, um sicherzustellen, dass sich kein Shambler versteckt hatte. 

Ich stellte derweil Hüter in jeder Etage unseres Haupthauses auf. Eine langweilige Arbeit, aber eine, die getan werden musste. 

Nach etwas über einer Woche waren wir mit allen notwendigen Arbeiten fertig und konnten mit dem Umzug beginnen. 

Auch dabei gab es einiges zu tun. Wir mussten unsere Reserve-Energieversorgung ab- und wieder aufbauen. Wir mussten alles von Wert und Nutzen einpacken und verstauen, um es dann wieder auszupacken. Ein Feuerwehrwagen, ein Müllwagen, zwei Airstreams, zwei Motorräder und zwei Limousinen mussten umgesetzt werden, und nachdem alles weggebracht worden war, musste Tiernan Tangos Studio mit Hilfe von Magie zumauern, damit es über den Zeitraum des Lockdowns unversehrt blieb.

Trotz der Arbeit war die Stimmung ausgesprochen gut. Wir bewegten uns grinsend und lachend über das große Gelände. In der Vorratskammer entdeckten wir sogar noch Vorräte, die für einige Zeit reichen würden, sollten wir mal nicht ‚einkaufen‘ können.

Dank der vielen Zimmer und Wohnungen würde nun jeder wieder so etwas wie Privatsphäre haben können. Auch unsere kürzlich geretteten Gäste. 

Dana, Dave, Tango und Alba wohnten selbstverständlich mit im SatHS-Haus.

Natürlich würden wir früher oder später ausgebildete Sicherheitskräfte brauchen. Denn je mehr Fläche es gab, desto mehr musste überwacht werden. 

„Oh Mann“, meinte Sionn fröhlich, „das ist hier ja wie Urlaub und ‚back to school‘ in einem.“

Musikinstrumente gab es selbstverständlich auch, so konnten wir zukünftig fleißig musizieren. Es gab sogar einen Flügel, auf dem ich üben konnte, wenn ich wollte. 

❄️❄️

„Kommst du aus Boston?“, fragte Eden Alba.

„Ja. Ich habe bis vor ein paar Wochen hier als Reporterin gearbeitet. Aber jetzt ist alles anders.“

„Bist du auf dieser coolen Academy zur Schule gegangen?“, wollte Fierce wissen.

Wieder bestätigte Alba. „Ja, mein Dad hat ziemlich viel Geld, und da hatte ich die Ehre, hier her gehen zu dürfen.“

„Krass!“, meinte Fierce nun. „Voll der Luxus. So sind wohl die wenigsten von uns aufgewachsen. Also außer Snowcat und Sinister vielleicht. Sinister, bist du auch so cool mit Luxus aufgewachsen?“

Sinister sah von ihrem Buch auf. „Ja, das kommt ungefähr hin.“

Fierce grinste. „Ihr wart bestimmt die Streber.“

Sinister meinte ruhig: „Ich war in jedem Fall zielstrebig. Aber mach nicht den Fehler, Luxus mit einer tollen Kindheit gleichzusetzen.“

Albas schmerzerfüllter Blick zeugte davon, dass sie verstand, was Sinister meinte.

Fierce winkte ab: „Ja, das weiß ich, aber eine miese Kindheit im Luxus ist besser als eine miese Kindheit in Armut.“

Womit Fierce etwas sehr weises gesagt hatte. Ich schmunzelte kurz.

„Sprichst du aus Erfahrung?“, fragte Alba.

„Na, nur aus genereller Lebenserfahrung. Ich hatte zum Glück eine tolle Kindheit in Finnland. Wir hatten jetzt nicht super viel Geld oder so, aber ich wurde geliebt und wir hatten immer ausreichend zu essen, und als Orks waren wir viele Kids, und es gab immer jemandem, mit dem man spielen konnte. Bei uns im Ort gab es sogar Orkklassen in der Schule. Das ist ziemlich cool, weil die das Lerntempo anpassen. Wir altern ja schneller, da ist keine Zeit, allen Menschen-Kinderkram zu lernen.“ Fierce grinste. „Denn schneller lernen tun wir nun mal nicht. Jedenfalls nicht so Wissenssachen. Besonders cool war, dass ich mit meinem Zwillingsbruder in eine Klasse konnte.“

„Du hast einen Zwillingsbruder?“, fragte Alba neugierig.

„Ja, aber nur einen. Bei Orks kommen ja auch Drillinge und Vierlinge vor“, erklärte Fierce. „Abgesehen davon sind Orkklassen noch aus einem anderen Grund gut. Orks können sich gegenseitig anrempeln, so viel sie wollen. Wir sind ja den anderen Rassen im gleichen Alter körperlich überlegen. Also, wenn man die Trolle mal nicht mitrechnet. Da kommt es schon mal vor, dass ein sechsjähriger Mensch weit fliegt, wenn ihn ein vierjähriger Ork anrempelt. Darum sind wir auch in Menschenklassen nicht gerne gesehen.“

Alba lächelte. „Ich hätte mich gefreut, wenn du bei mir in der Klasse gewesen wärst.“

Fierce grinste: „Ist süß, dass du das sagst!“

„Wie ist denn der Kontakt zu deinem Zwillingsbruder?“, wollte Alba wissen.

„Wir verstehen uns super, obwohl er ein ganz normales Leben führt, also ohne Runs und Combat Biker und Trideo-Star und so. Er hat sogar eine eigene Familie und selbst sechs Kinder. Zwillinge verstehen sich übrigens immer besser als Drillinge oder Vierlinge, weil es da genügend Zapfstellen für beide bei der Mama gibt.“

Alba lachte einnehmend.

„Hast du Geschwister?“, fragte Fierce.

Alba schüttelte den Kopf, aber wenn mich nicht alles täuschte, war da ein kurzes Zögern gewesen. 

Fierce hatte das offenbar nicht bemerkt, sie sah zu Eden: „Und du, Eden?“

Edens Augen wurden leicht feucht. „Ich hatte mal einen Bruder.“

Ob es nun unaufmerksam oder absichtlich war, Fierce ging nicht weiter auf das ‚hatte‘ ein, und Alba hatte keine Zeit, nachzuhaken, denn Fierce fragte: „Aber du kommst hier aus der Gegend, nä?“

Eden räusperte sich und antwortete fröhlich: „Ja, so ziemlich. Meine Eltern haben einen Fischereibetrieb in Maine. Da kommt auch meine Vorliebe fürs Wasser her.“ Eden schmunzelte. „Meine Vorliebe für das Baden im Eiswasser erklärt es aber nicht ganz.“

Die Augen der hübschen, rothaarigen Reporterin weiteten sich: „Oh Gott, du gehst gerne in Eiswasser baden? Das wäre ja so gar nicht meine Welt! Ich gehe gerne klettern oder wandern. Oder ich pokere gerne, aber Eiswasser? Da schüttelt mich schon der Gedanke.“

Ich hatte an einem der großen, bodentiefen Fenstern gestanden, in den schönen Garten der Academy gesehen und den Frauen dank meiner spitzen Ohren beiläufig zuhören können, obwohl ich ein Stuck von ihnen entfernt war. Nun kam Tiernan grinsend zu mir. „Es ist jetzt fertig!“, verkündete er stolz. „Komm mit aufs Dach!“

Nach unserem Umzug hatte ich ja quasi ein neues Dach gebraucht und mich der Einfachheit halber für das Dach des SatHS-Hauses entschieden. Also das Haus, in dem ich während meiner Zeit hier wohnen würde. Tiernan hatte mich gefragt, in welche Richtung ich vom Dach aus am Liebsten schaute. „Nach Nordwesten!“, hatte ich erwidert, denn in dieser Richtung lag die Dragon-Line. Tiernan hatte genickt und mich gebeten, eine Zeit lang nicht aufs Dach zu gehen. Nun würde ich endlich erfahren, was es damit auf sich hatte. Tiernan und Finn taten sehr geheimnisvoll. 

Zunächst einmal gab es nun eine richtige Treppe, verziert und mit einem Geländer, außerdem war die Dachluke vergrößert worden. Sie war nun groß genug, damit auch Trolle bequem hindurchpassten. 

Tiernan ging vor, und als er oben angekommen war, hielt Shark Finn mir die Augen zu und trug mich nach oben.

Als er meinen Blick freigab, traute ich meinen Augen für einen Moment nicht. Sie hatten einen Kiesweg angelegt, der rechts und links von Pflanzen in Kübeln umsäumt war. Der Weg führte zunächst quer über das Dach und teilte sich dann. Links führte er zu einer Gruppe von Gartenmöbeln mit weiteren Pflanzkübeln und einem großen Sonnenschirm. Was mir den Atem raubte, weil es so unglaublich war, war das, was sich am Ende des rechten Pfads befand. 

Dort stand ein Baum. Ein echter, lebender Baum, der auf einem Erdhügel wuchs. 

Ich klatschte vor Freude in die Hände und lief den Kiesweg entlang Richtung Baum. Natürlich war der Baum kein Riese, aber er war immerhin ein ganzes Stück größer als Finn.

Erst, als ich dem Baum näher kam, bemerkte ich, dass es sich nicht nur um irgendeinen Baum handelte, sondern um einen Kirschbaum, der zur Dragon-Line ausgerichtet, zu einen Stuhl wurde. Eine ovale Vertiefung im Stamm bildete nebst einigen Ästen Sitzfläche und Lehne, weitere Äste waren zu Armlehnen geworden. Die Krone des Baumes war das Dach und schützte mich vor Wind, Wetter und neugierigen Blicken. 

Ich konnte es nicht fassen, sie hatten mir mithilfe von Tiernans Magie einen lebendigen Thron gebaut.

Ich fiel jeden von ihnen nacheinander um den Hals.

Tiernan wurde rot. „Dana hat ein bisschen geholfen“, meinte er noch.

„Dann werde ich mich auch noch bei ihr bedanken“, erklärte ich.

Sionn kam auf Dach geschlendert. „Bedankst du dich auch noch bei mir, Prinzessin?“, fragte er. „Ich habe das neue Schloss an der Luke programmiert. Nur deine bezaubernde Stimme ist ab sofort der Schlüssel.“ Er grinste und fügte hinzu: „Vergiss das mit dem Dank, Prinzessin, dein glückliches Lächeln ist mir Dank genug.“

❄️❄️

[Song 5: Lindsay Perry - Dancin’ With the Devil3] Unsere Einrichtungsarbeiten wurden eines schönen Tages durch einen Anruf unterbrochen. Ein Großteil von uns stand gerade im Innenhof beisammen. Wir besprachen, wie wir diesen Bereich sicherer gestalten und zukünftig einen Quarantänebereich einrichten konnten, als mein Commlink klingelte.

Die Nummer war mir unbekannt und es handelte sich um einen Voice-Only-Anruf.

Ich gab Sionn ein Zeichen, worauf dieser ohne zu zögern in die Matrix abtauchte. Dann stellte ich mich etwas abseits und nahm das Gespräch an, selbstverständlich ebenfalls, ohne die Kamera einzuschalten. 

«Hallo?», fragte eine freundliche, ein wenig aufgedrehte männliche Stimme mit aztlanischem Akzent. «Ist dort die fabulöse Snowcat?» 

Fabulös? Ich grinste kurz und erwiderte dann in charmantem Ton: «Tun wir mal so, als wäre ich Snowcat. Worum ginge es und mit wem hätte ich es dann zu tun?»

«Ah, natürlich, mein Name ist Sandellero. Ich habe gehört, dass Sie einer alten Tradition folgen, Geschäftsleuten in Nöten helfen und Mittel und Wege besitzen, um im erweiterten Campusgebiet tätig zu werden. Ist das so?»

«Es klingt, als würde ich das können», meinte ich breit grinsend. «Und ich bin interessiert, fahren Sie fort.»

«Ganz hervorragend! Dieser Auftrag ist eigentlich ganz einfach …» 

Er zögerte kurz und ich konnte nicht anderes als einzuwerfen: «Ein Milkrun, sozusagen?»

Er lachte. «Nein, leider nicht ganz. Immerhin geht es in die MCZ. Sie sollen in einem bestimmten Gebäude eine Datei einspielen. Dazu müssen sie dort hin. Ich kann jedem von Ihnen 7.500 NuYen zahlen, bis zu einer Summe von 45.000 NuYen. Na, wie klingt das?» 

«Gut! Da es in die MCZ geht, werde ich den Betrag ausreizen. Geld ist uns in der Situation hier in Boston allerdings nicht so wichtig. Gibt es auch die Möglichkeit, einen Teil der Summe in Gütern zu erhalten?»

«Das kommt darauf an. Woran hatten Sie dabei gedacht?»

«An Maschinenpistolen und dafür passende Stick-n-Shock-Munition.»

Er überlegte einen Moment. «Ja, das geht. Wie viel genau?»

«Geben sie uns einfach, was Sie besorgen können und das bis zu einem Wert von 25.000, den Rest nehmen wir in Barsticks. Das Verhältnis zwischen Waffen und Munition sollte passen. Das eine nützt uns nichts ohne das andere.»  

«Selbstverständlich. Ich habe die Datei hier und schicke sie Ihnen, wenn Sie dazu bereits sind, sie zu empfangen.»

Ein Fuchs in Kilt und Schlips erschien in meinem AR-Sichtfeld und hob den Daumen.

«Sie können die Datei jetzt schicken», sagte ich.

Es dauert einen Augenblick, dann meinte Sandellero: «Die Daten müssen in das System in der Albany Street 227 gespielt werden. Im Sinn der alten Tradition möchte ich Sie bitten, die Daten nicht einzusehen.» 

«Selbstverständlich!», bestätigte ich. «Wie beweisen wir Ihnen, dass wir die Datei platziert haben?»

«Das brauchen Sie nicht. Wir haben Möglichkeiten, das zu überprüfen. Melden Sie sich einfach, wenn es erledigt ist, dann machen wir Zeit und Ort für die Übergabe Ihrer Bezahlung aus.»

«Machen wir. Einen schönen Tag noch.»

«Danke. Ihnen auch.»

Ich beendete die Verbindung.

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Ich hatte alle Howling Shadows im Lehrerzimmer zusammen gerufen, auch Dave, Dana, Alba und Tango waren geladen. Sie wohnten ja auch bei uns. 

Die Überwachungsmonitore des Sicherheitssystems der Akademie übernahm derweil Hub14. 

Ich fasste den Job kurz und knapp zusammen. 

Albas Augen wurden mit jedem meiner Worte größer und größer. „Aber wir können die Datei doch nicht einfach aufspielen ohne zu wissen, was da drin ist!“

Ich sah sie ernst an und ließ meinen Blick einen Moment auf ihr ruhen. „Doch! Können und werden wir. Wir arbeiten hier als Shadowrunner. Nichts zu wissen und sich an die Anweisungen des Auftraggebers zu halten sind Teil des Geschäfts.“

„Aber was, wenn es das nun alles schlimmer macht?!?“, widersprach sie.

Innerlich schmunzelte ich kurz. „Im Moment kann ich mir nicht vorstellen, dass eine einzelne Datei alles schlimmer macht. Wir sehen uns natürlich an, was das für ein Gebäude ist und was dort so passiert.“

„Was da ist, weiß ich schon. Das ist eine Backup-Station der Cops. Also eine Knight-Errant-Wache, die gerade nicht besetzt ist und die in Betrieb genommen wird, sollte die A-Station ausfallen“, erklärte Sionn.

Alba sah zu Sionn und dann zu mir. ‚Siehst du? Das ist gefährlich‘, schien ihr Blick zu sagen.

Ich lächelte. „Danke, Sionn. Wie gesagt, wir sehen uns die Station an. Und wenn wir den Verdacht haben, dass dort etwas geschieht, für das wir nicht bezahlt wurden, entscheiden wir neu, was wir tun.“

Alba war nicht zufrieden. „Es wäre doch sicherer, wenn wir vorher wüssten, was das für Daten sind. Dann könnten wir auch besser entscheiden!“

Ich schüttelte den Kopf. „So funktionieren Shadowruns nicht. Wir machen solche Jobs, weil sie uns Geld, Ausrüstung und Kontakte verschaffen, und zudem führen sie uns an Orte, an die wir sonst nicht gehen würden. Das bringt uns dem Geheimnis auf die Spur.“ Ich ließ meine Stimme eine Spur düsterer und eindringlicher klingen, als ich sagte: „Nichts, aber auch wirklich nichts von dem, was wir auf einem Run tun, darf an die Öffentlichkeit gelangen!“

Alba senkte den Kopf und nickte. „Verstehe.“ Dann sah sie wieder zu mir. „Darf ich denn mitkommen?“

So eine Anfrage hatte ich befürchtet. „Ich denke nur darüber nach, wenn du mir dein Wort gibst, dass du nicht versuchst herauszubekommen, was in der Datei ist.“

Die junge, hübsche Frau mit den roten Haaren und den südamerikanischen Vorfahren zögerte erneut. Sie rang mit sich, beschloss dann aber offenbar, dass sie das mit der Datei zusagen konnte. „Okay, ich verspreche es!“

Das reichte mir. Im Moment ging ich davon aus, dass ihr ein Versprechen wichtig war. „Gut. Was jetzt das Mitkommen angeht, ich weiß weder, ob du dazu bereit bist, noch, ob du dir das wirklich antun möchtest. In der MCZ wirst du Dinge sehen, die dich belasten werden.“ 

„Den zweiten Teil kann ich beantworten. Ich halte es aus, da bin ich sicher!“

In meinem nächsten Lächeln schwang Wehmut mit. Wenn man nicht wusste, wie schlimm etwas war, sagte sich das immer so leicht. Ich nahm an, dass Alba in ihrer Arbeit als Reporterin schon einiges gesehen hatte, was nicht schön gewesen war. Im Großen und Ganzen würde sie aber behütet aufgewachsen sein. Der Beginn des Lockdown war nun schon einige Tage her, das würde sie bereits verändert haben. Sie hatte es allein bis zu unserem Treffen geschafft. Das sprach für ihre Überlebensfähigkeit. Vielleicht hatte sie aber auch einfach nur Glück gehabt. „Wenn diese Tür einmal offen ist, geht sie nie wieder zu“, mahnte ich.

„Ich weiß, aber ich will da durch. Ich muss wissen, was hier passiert ist! Und ich kann auch auf mich alleine aufpassen!“, erklärte Alba selbstbewusst.

„Na, das glaub ich noch nicht!“, warf Fierce lachend ein.

Fang meinte plötzlich: „Lass sie mitkommen, Snowcat, ich mache den Mentor und passe auf sie auf!“

Liam lachte dreckig und laut. „Waldbursche trifft auf Stadtkind, und er macht den Mentor!“

Ich sah zu Fang. „Gut. Wenn du die Verantwortung für Alba übernimmst…“, ich ließ meinen Blick rüber zu Alba schweifen, „…und Alba dazu bereit ist, auf Fang zu hören, dann kann sie mit.“

Alba nickte erfreut. „Das mach ich. - Danke, Fang!“ Fang war gerade zu Albas Helden aufgestiegen.

„Dann komm ich aber auch mit!“, forderte Fierce, „BFF müssen doch zusammen bleiben!“

Fang grinste. „Na klar kommst du mit.“

Liam schüttelte missbilligend den Kopf. Genau das schien er befürchtet zu haben.

❄️

Mit Alba, Doc, der sich uns schon allein für den Fall angeschlossen hatte, dass wir die Situation neu bewerten würden müssen, Eden, Fang, Fierce, Sinister, Sionn und mir waren wir bereits zu acht. Als Tiernan kam, um Sionn ein paar magisch verzauberte Kugeln für dessen Schleuder vorbeizubringen, meinte Sionn plötzlich: „Warum kommst du denn eigentlich nicht mit?“

Tiernan sah zu mir und ich konnte erkennen, dass er uns nur allzu gern begleiten würde. „Ich glaube, wir sind dann zu viele, gerade wenn wir uns durch einen Geist verschleiert bewegen wollen.“

Ich lächelte sanft. „Du kannst gerne mitkommen. Einen weiteren Mann können wir noch unterbringen!“

❄️

[Song 6: Hidden Citizen - Silent Running3] Nach der üblichen Prozedur auf der Dragon-Line, wo ich einen äußerst mächtigen Geist beschworen und meine Zauberspeicher geladen hatte, fuhren wir zu unserer Lieblings-Übergangsstelle. Genau, wir fuhren. Liam chauffierte uns in den Limousinen, die wir vor einigen Tagen organisiert hatten.

Auf der Fahrt unterwiesen wir Alba in der Kommunikation via Mindnet-Zauber. Sie schlug sich gut.

Nachdem sich die Tore der Grenzanlage zur MCZ hinter uns schlossen und wir das Campus-Gelände betraten, hatte ich die Gelegenheit, in Albas starrem Gesicht zu sehen, was die Bilder der teilweise angefressenen Leichen, die Blutflecken auf den Straßen und nicht zuletzt die umherwankenden Shambler in einer Person auslösten. 

Sie wurde blass und still. Ihre Augen bewegten sich hin und her. Sie schrumpfte in sich zusammen.

Ihre Reaktion war zu erwarten gewesen. Ich vergoss ein paar stumme Tränen über die verlorene Unschuld von Albas Seele.

Für mehr war keine Zeit.

Natürlich bewegten wir uns verschleiert. 

Die Situation in der MCZ schien der guten Stimmung von Sionn und Tiernan keinen Abbruch zu tun. Sie forderten Sinister auf, die Fernbedienung zu benutzen, sangen Songs, die fröhlich in unseren Köpfen widerhallten und testeten verspielt aus, ob eine mit einem Stein zerschlagenen Scheibe wohl Lärm machte, wenn man den Steine verschleiert warf. Was sie selbstverständlich tat. 

Ich ließ die beiden gewähren, denn irgendwie nahm es dem Weg tatsächlich einen Teil des Schrecken. Erst, als Sionn auf die Idee am, eine Bar aufzusuchen, um unsere neue Hausbar aufzustocken, und Alba den Gay Club ‚Paradise City‘ in der Nähe vorschlug und dort dann dutzende Tote vor dem Eingang lagen, griff ich ein. „Wenn, dann ist nach dem Auftrag dafür Zeit“, proklamierte ich.

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Vor unserer Zieladresse gab es einen Park. Wir konnten also Abstand halten und einen Blick aus der Ferne auf die Polizeistation werfen. Der Aufbau des Hauses kam uns bekannt vor. Wir hatten erst vor wenigen Tagen ein paar Gefangene daraus befreit. Was jetzt nicht weiter verwunderlich war, da die Knight-Errant-Polizeistationen alle nach dem gleichen Prinzip aufgebaut waren. 

Ein leichtes, unangenehmes Kribbeln auf meiner Haut zeigte den Backroundcount an, der sich um das Gebäude herum aufgebaut hatte. Ich nahm astral wahr. Purer Hass quoll aus dem Haus heraus, gepaart mit dem Wunsch nach Kontrolle.  

‹Ich hab in der Station 35 Personas. Alles Technomancer›, gab Sionn bekannt und fügte kurz darauf hinzu: ‹Die beiden Knight-Errant-Gardisten vor dem Haus inbegriffen, die sind auch Technomancer!›

Doc pfiff leise. 

Das waren wahrlich keine guten Neuigkeiten.

Das Gebäude war befestigt worden, Gardisten standen davor, die offenbar zu mit CFD infizierten Personen gehörten. Sie sahen nur überhaupt nicht so aus. Sie waren gerüstet und bewaffnet und sauber. Sie schwankten nicht umher, sondern standen ganz ruhig da. So ruhig, dass sie perfekte Queen’s Guards vor dem Buckingham Palace in London abgeben würden.

Hatte unser Auftraggeber das gewusst? Hatten Shambler dafür bezahlt, dass man ihnen Daten besorgte? Aber nein, dann hätten wir die Daten dort auch offiziell abgeben können und hätten sie nicht heimlich aufspielen müssen.

Ich sah zu Doc und fragte ihn nur via Körpersprache, also so, dass die anderen uns nicht hören konnten: ‹Gehst du auch davon aus, dass das da drinnen alles Shambler sind und es sich nicht um eine Station handelt, die Gefangene hat?›

Doc nickte. ‹Ja! Und ich finde das ebenfalls beunruhigend.› 

‹Ich geh mal gucken, was das für ein System ist›, gab Sionn bekannt und setzte sich auf den Boden. ‹Wenn ich Stress hab oder da zu viele User angemeldet sind komm ich wieder raus.›

Es dauerte nicht lange, bis der attraktive Elf sich wieder meldete. ‹Ich hab hier ein Standard-Knight-Errant-Polizeistation-System. Die Firewall ist vielleicht ein bisschen aufgepumpt, aber ansonsten ist hier nur eine Standardikonografie.›

‹Ne was?›, fragte Fierce.

‹Alles Standardicons›, erklärte Sionn. ‹Aber guckt mal, was ich von der Kamera des Eingangsbereiches aus sehen kann.›

Sionn schickte uns via Mindnet, was er durch eine halboffene Tür erkennen konnte. Ein menschlicher Mann in einer Knight-Errant-Uniform stand vor einer Art Klasse aus weiteren Männern in Uniformen. Hielten die da eine Art Schulung ab?

‹Kannst du was hören?›, fragte ich.

‹Nope, nur Video. Hab auch schon geguckt, sind keine Mikros in der Nähe. Aber ich kann dir schon mal sagen, dass ich in dem Raum 12 Personas von Technomancer habe. Sehen ziemlich nach Standard-Shambler aus. Vielleicht haben sie etwas mehr Power in der Birne. Besonders der, der vor den anderen steht.›

‹Eden, Sinister, schleicht bitte rüber zum Gebäude. Wir müssen hören, was sie dort sprechen. Ich gebe euch meine Endoskopkamera mit, vielleicht könnt ihr die irgendwie in das Zimmer bekommen.›

‹Können wir bestimmt!›, meinte Sinister sofort.

Eden erklärte: ‹Copy, machen wir. Ich hab selbst eine Kamera dabei, die ich nehmen kann.› 

Alba sah mit großen Augen in meine Richtung. ‹Vielleicht sollten wir die Datei doch nicht aufspielen?›, versuchte sie mich zu überzeugen.

‹Dafür gibt es bisher keinen Grund›, antwortete ich. ‹Und wer weiß, vielleicht müssen wir sie jetzt erst recht aufspielen.›

Alba lag eine Erwiderung auf den Lippen, aber sie schluckte sie runter.

❄️

Es dauerte ein paar Minuten, bis Sinister und Eden ein Schlupfloch gefunden hatten. Dann schickten sie uns weiter, was sie auf dem Display der Kamera sahen und hörten. 

Tatsächlich lief dort eine Schulung ab. Ein Shambler erzählte den anderen, wie sie sich unauffällig und metamenschlich benahmen. 

‹Nehmt das auf!›, wies ich sofort an.

‹Copy›, kam von Eden. ‹Machen wir bereits.›

„Soweit das, was in dem Handbuch steht. So haben sich alle Knight-Errant-Polizisten zu verhalten. In der Datei stehen auch alle Befehlscodes. Das müsst ihr alles wissen›, erklärte der Mann gerade. Seine Stimme klang monoton, aber durchaus normal. „Das reicht nicht. Ihr müsst immer wieder das Gesicht verziehen. Von einem Fuß auf den anderen treten. Und denkt daran, in regelmäßigem Abstand zwinkern. Wenn ihr die Augenlider nicht bewegt, fallt ihr auf. Wascht euch nach dem Ernährungsvorgang das Gesicht. Achtet darauf, dass eure Uniform sitzt… ›

Verdammt! Die trainierten, normal zu sein. Das war katastrophal. Sie konnten so versuchen, die MCZ zu verlassen oder ganz leicht an Nicht-Infizierte herankommen, um sie zu infizieren. CFD würde sich weiter ausbreiten können. Das war wirklich übel. Ich atmete tief durch, um den Schrecken loszuwerden und meine Vermutungen ruhig anzusagen. ‹Wir müssen das unbedingt an Knight Errant weitergeben!›, stellte ich am Ende meiner Ausführungen fest. Dann sah ich zu Sionn und fragte: ‹Was ist denn nun auf der Datei?›, wohl wissend, dass er sie sich schon vor längerem angesehen hatte.   

Meine Frage verwunderte Alba. Ich zwinkerte ihr kurz zu.

Sionn antwortete ohne zu zögern: ‹Das sind nur Namen! Alles Namen von Mitarbeitern der Projekte Vulkan, Abyss, Imago, Dickens und Diablo Gardisto. Ich sehe da Doktoren, Wissenschaftler, Executive Directors, Projektleiter. Es ist eine lange Liste.›

‹Die können wir ihnen doch nicht geben!›, protestierte Alba.

‹Doch! Wir können und wir werden!›, erwiderte ich. ‹Wir haben den Job angenommen und werden ihn ausführen. Allerdings können wir in dem Fall die Regeln ein bisschen ausdehnen. Sionn, mach bitte eine Kopie von der Liste. Doc, kannst du dir die Liste anschauen und sie vielleicht verändern, wenn es kaum merklich möglich ist? Dafür könnt und müsst ihr natürlich eure Commlinks einschalten. Kommt, wir ziehen uns noch ein Stück weiter zurück.›

❄️

Doc gelang es problemlos, ein paar kleine Änderungen vorzunehmen. Außerdem strich er die Namen des Executive Directors Aaron Creech, sowie den von Medjay. Letzteren einfach, weil wir ihn kannten. 

Ich sah mir die Änderungen nicht an, da ich Doc vertraute, die richtige Entscheidung zu treffen.

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Es war so einfach, die Daten ins System zu spielen, dass es sich letztendlich um den leichtesten Milkrun handelte, den ich je erledigt hatte. 

Wir waren mit neun mächtigen Individuen losgezogen, um Postboten zu spielen. Und wir hatten etwas sehr Beunruhigendes herausgefunden. 

Kurz bevor wir uns auf den Rückweg machten, fiel Sionn noch eine kleine Horizon Flying-Eye-Drohne auf. Das Icon war das gleiche wie das der Drohne, die bei Ronald rumgehangen hatte. Irgendjemand überwachte hier offenbar sämtliche interessanten Shambler-Aktivitäten. Wer das wohl war?

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[Song 7: Marco Beltrami/World War Z - Searching for Clues3] Fünfzehn Fußminuten, bevor wir den Grenzzaun erreichten, entdeckte Sionn erneut etwas Interessantes. Er hatte eine Nachricht aufgefangen, die in der MCZ gebroadcastet wurde. 

<An alle Runnerteams in der MCZ>, sagte die Stimme einer Frau mit Südstaatenakzent. <Ich habe einen 100.000-NuYen-Job anzubieten. Hackerfähigkeiten und Elektronik- sowie Hardwarekenntnisse sind erforderlich.>

Anschließend wurde eine Comm-ID mehrmals wiederholt. Ich merkte sie mir.

❄️

Zurück durchs Tor war mein dringlichster Gedanke, Sergeant McNamara über die Tatsache zu informieren, dass die Shambler Lehrgänge über metamenschliches Verhalten abhielten. Ich bat ihn, mit seinen Männern unbedingt Codes abzusprechen, mit denen sie einander identifizieren konnten.

McNamara war entsetzt und sogar ein wenig blass geworden. „Sagen Sie Ihrem Kontakt Bescheid?“, fragte er. „Also dem Mann, von dem sie immer die Zugangscodes bekommen?“

„Selbstverständlich! Das hatte ich sowieso vor.“

❄️

Auch DJ wurde ruhig und ernst, als ich etwas später aus dem Verwaltungsgebäude unseres neuen Geländes anrief. Ich hatte ihm zusätzlich zu meiner Erklärung der Situation Videomaterial geschickt, welches er sich sofort angesehen hatte. «Unglaublich!“, meinte er tonlos. „Die B-Station hätte eigentlich geschlossen sein müssen. Kannst du bitte online bleiben?», fragte er. 

Ich nickte. «Ja, das kann ich. Wenn ich nicht selbst verfügbar bin, wird einer meiner Leute antworten.»

«Danke!», meinte DJ noch und beendete die Verbindung. Sein Blick hatte Bände gesprochen. Einen Code zu bekommen, um die Grenze zur MCZ passieren zu dürfen, würde ab jetzt kein Problem mehr darstellen.

Bevor ich zu den anderen in den Konferenzraum ging, um die Howling Shadows ins Bild zu setzen, die nicht mit dabei gewesen waren, und das Ganze zu diskutieren, beschloss ich, die Nummer des unbekannten weiblichen Auftraggebers auszuprobieren. Ich war neugierig, was sich dahinter verbarg. Auch wenn Geld nicht unser dringlichstes Problem war, waren 100.000 Nuyen eine Menge.

Unter dem Schutz von Sionn, Liam und Doc gab ich die ID in mein Commlink ein. 

Es dauerte nicht lange, dann erwachte mein AR-Bildschirm zum Leben. 

Eine Frau mit schwarzem schulterlangem glattem Haar und durchdringenden Augen saß am anderen Ende der Leitung. Sie trug Bluse nebst Rock und darüber einen Laborkittel. Ihre Lippen waren ein wenig zu schmal, so wirkte sie verbittert, lächelte aber unsicher, als ich mein Bild ebenfalls einschaltete. 

«Oh, wie schön, ich bin so froh, dass sich jemand meldet. Wir hatten schon nicht mehr so viel Hoffnung.»

Die Freude wirkte ehrlich, aber es lag keine Sorge oder Panik in ihrem Gesicht, also schien niemand in Lebensgefahr zu sein. «Worum geht es denn?», fragte ich. «Damit ich weiß, ob wir Ihnen behilflich sein können.»

«Oh, ja, natürlich. Mein Name ist Dr. Penelope Anne Xavier, sie können mich Penny nennen. Es geht darum, einige Rechner wieder in Betrieb zu nehmen. Leider befindet sich das Forschungsgebäude innerhalb der MCZ, direkt auf dem Gelände des zerstörten Campus. Ich kann ihnen 100.000 Nuyen dafür zahlen. Das ist alles, was wir haben.»

Ich hob die Hand und gebot dem Redeschwall von Penny Einhalt. «Sie machen das nicht besonders oft, nicht wahr?»

«Nein, merkt man das?»

«Ein wenig. Es ist nicht üblich, gleich alles zu erzählen oder gleich die gesamte Summe zu nennen. Ihre Unerfahrenheit könnte andere Anrufer ausnutzen. Wir tun das nicht. Ich bin an dem Job interessiert, und wir verfügen auch über die erforderlichen Fähigkeiten. Allerdings kann ich Ihnen nicht versprechen, dass wir erfolgreich sind. Die Lage in der MCZ ist ziemlich chaotisch, und es ist nicht abzusehen, wie genau es an diesem Ort aussieht. Möchten Sie, dass wir es versuchen?»

«Oh ja, das wäre einfach wunderbar.»

Ich schmunzelte kurz. «Gut, dann fahren Sie bitte fort.»

«Es müssen ein paar Universitätsrechner in Betrieb genommen und wieder an das Grid angeschlossen werden. Meine Forschungsgruppe hat die Hoffnung, dass wir wieder Zugriff auf unsere Daten erlangen, damit wir vielleicht neue Erkenntnisse über das, was vorgefallen ist, gewinnen können. Ohne das, was sich auf den Rechnern befindet, wäre die Arbeit mehrerer Jahre verloren.»

«Ich verstehe. Es ist üblich, eine Anzahlung zu leisten», erklärte ich.

Sie nickte. «Wenn Sie einen Transferstick haben, kann ich ihnen 25.000 Nuyen sofort überweisen.»

20.000 Nuyen wären ausreichend gewesen, aber ich wollte mich jetzt nicht mit Penny um Beträge streiten. 

Sionns Fuchs-Icon tauchte in meinem Sichtfeld auf und hob den Daumen. Das Geld konnte also kommen. 

«Der Rest der Summe ist fällig, wenn wir den Job erledigt haben. Im Falle eines Misserfolgs werden wir die Anzahlung als Aufwandsentschädigung einbehalten», erklärte ich.

«Das verstehe ich.»

«Gut, dann können Sie das Geld jetzt überweisen», bat ich.

<Ping, ping, ping>, bestätigte Sionn via AR.

«Wie geht es Ihnen sonst?», fragte ich.

«Ach, es geht uns den Umständen entsprechend gut», meinte Penny.

«Wie viele sind Sie denn, wenn ich fragen darf?», wollte ich noch wissen.

«Wir sind zu sechst.»

«Seien Sie bitte weiter vorsichtig und trauen Sie nicht gleich jedem, der die Nummer wählt. Der Auftrag ist damit vergeben. Sie können also aufhören, die Anfrage zu broadcasten.»

«Oh, ja, natürlich.»

«Wenn Sie etwas brauchen, können Sie uns unter der Nummer erreichen, die ich Ihnen noch schicke», erklärte ich. 

Wir verabschiedeten uns, und ich beendete die Verbindung.

Sionn stöpselte sich aus und zog die Stirn in Falten. „Sie wirkte ja ein bisschen zu vertrauenswürdig, aber von Computern scheint sie was zu verstehen, ich konnte ihren Standort nicht lokalisieren. Dafür hätte ich richtig was hacken müssen, und das wollte ich erstmal nicht.“

„Gute Entscheidung!“, lobte ich.

❄️

Einige Minuten später saß ich mit den restlichen Howling Shadows und mit Alba, Dana, Dave und Tango im Konferenzraum beisammen. 

In unserer Analyse waren wir uns einig. Wir würden noch vorsichtiger sein müssen, da einige Shambler organisiert versuchten, die MCZ zu verlassen. Die Shambler veränderten sich, sie lernten dazu, was sie gefährlicher machte.

Dann hatte ich noch von dem neuen Job berichtet, den ich kurz zuvor angenommen hatte.

Eden fragte: „Gibt es schon einen Zeitplan für die Mission von PAX?“

Mir gefror das Blut in den Adern. „Wie hast du unsere Auftraggeberin gerade genannt?“

Eden sah ein wenig verwundert drein. „Na, PAX. Ich merke mir Namen immer über die Anfangsbuchstaben. Penelope Anne Xavier: PAX!“

„Verdammt!“, entfuhr es mir. Auf den Schreck musste ich mich erst einmal setzen.

„Verdammte Scheiße!“, fluchte Sionn. „Du denkst doch nicht etwa, dass das kein Zufall ist? Du glaubst doch nicht etwa, dass das wirklich Pax ist?“ Sionn sah mir in die Augen und er wusste sofort, dass ich genau das für eine Tatsache hielt. 

❄️

„Was ist los? Wer oder was ist Pax?“, stellte Alba die Frage, die so einigen auf der Zunge lag.

Sionn sah zu der Reporterin. „Du hast doch bestimmt schon mal von Deus gehört, oder?“

Alba nickte. „Du meinst die durchgeknallte AI, die für den Shutdown der Renraku-Arkologie in Seattle verantwortlich gemacht worden ist? Ja, hab ich.“

„Wenn Deus der Gott ist, dann ist Pax sein Prophet!“, erläuterte Sionn. „Oder war es zumindest. Pax, übrigens eine heftig gute Technomancerin, fühlte sich nach Deus' Fluchtversuch aus der Arkologie nämlich von ihm verraten. Seitdem gilt sie als seine erbittertste Feindin.“

AveRage war nicht mehr gewohnt grau, er war nun leichenblass. Dann stieg ihm die Zornesröte ins Gesicht. „Wenn das dieser Abschaum Pax ist, dann ist sie das Übelste, was überhaupt in der sechsten Welt rumläuft. Sie will die Matrix vernichten. Die will die Matrix dissonant machen. Dann müssen wir sie aufhalten und killen!“, forderte er mit einer Vehemenz, die ich von ihm noch nie gesehen hatte.

Ich nickte. „Keine Sorge, AveRage, wir gehen der Sache nach, und wenn es wirklich Pax ist, dann halten wir sie auf jede erdenkliche Weise auf.“

Meine Ansage besänftigte AveRage. „Was Deus angeht, sollte der nicht tot sein?“, wunderte er sich.

Ich zuckte mit den schmalen Schultern. „Was heißt schon tot? Immerhin hat er sich selbst in das Bewusstsein mehrerer tausend Metamenschen geladen, da könnte er auch als E-Ghost in der Matrix existiert haben. Nachdem ich gehört habe, dass sich das, oder besser gesagt, ein Etwas, welches bei dem Experiment aus der Matrix gekommen ist, Cereus nennt, kam mir schnell der Gedanke, dass es sich dabei um eine Mischung von Cerberus und Deus handelt“, verriet ich, was ich bisher erdacht hatte. „Demnach wäre Deus derjenige, der versucht hat, sich mit oder für Cerberus in Eliohann zu schmuggeln. Inwieweit ihm das gelungen ist, wissen wir nicht. Wir wissen auch nicht, welche Rolle Pax bei all dem spielt. Wir können aber davon ausgehen, dass ihr noch irgendetwas fehlt. Was immer da auf dem Server ist, wir werden es nicht wieder in Gang setzen. Stattdessen sollten wir die Rechner sprengen.“

Alba grinste zufrieden. „Und was ist jetzt mit der ganzen Runnerehre, von der ihr immer sprecht?“

„Erzfeinde und Weltenvernichter sind von der Garantie ausgeschlossen. Dennoch werden wir so dicht wie möglich an unseren Grundsätzen dranbleiben. Und wir werden uns in keinem Fall dabei erwischen lassen, wie wir einen Auftraggeber verraten. Was wir genau tun, sehen wir dann vor Ort.“ Ich warf einen Blick auf die Uhr. „Ich nehme nicht an, das Penny den Auftrag als erledigt betrachtet. Schon gar nicht, wenn sie dann nichts mehr von uns hört. Wir werden also so bald wie möglich zum Zielort gehen müssen, um die Server zu sprengen. Wir können nicht riskieren, dass ein anderer den Job vor uns erledigt. Doch erst mal müssen wir uns etwas erholen und unser Equipment pflegen. Ein Großteil von uns ist ja gerade erst vor knapp einer Stunde von der letzten Mission zurückgekommen. Erfrischt euch und ruht euch aus. Schlaft, wenn ihr könnt. Wir können keinen Job erledigen, wenn wir müde sind.“

❄️

[Song 8: Civil Twilight - Letters from the Sky3] Ich saß auf meinem wundervollen Thron im Baum und hatte den Blick nach Nordwesten gewandt. 

Das Projekt, Cerberus in den Körper von Eliohann zurückzubringen, war gründlich schief gelaufen. Man konnte gut und gerne sagen, dass der Große Drache Celedyr Mist gebaut hatte. Auch Große Drachen waren also fehlbar. Etwas, was ich keinem von ihnen je sagen würde, selbst, wenn ich die Gelegenheit dazu bekommen würde. 

Celedyr hatte lange an dem Thema geforscht, bevor er das Ritual gestartet hatte. Er hatte an den Gehirnen von Technomancern, also fühlenden, denkenden Metamenschen, experimentiert. Als das finale Experiment dann lief, befand Celedyr sich in einem der NeoNET-Tower, warum auch immer. Obwohl er ein Großer, nahezu allmächtiger Drache war, war es jemandem gelungen, das Projekt zu infiltrieren und sabotieren. Ich fragte mich, ob der Fehlschlag an der Art des Projekts, an den Gegnern oder doch am Übereifer Celedyrs gelegen hatte. 

Hatte Celedyr sich verleiten lassen, zu viel zu riskieren, weil Gefühle im Spiel gewesen waren? 

Als der Große Drache Ghostwalker zuletzt das wichtige Projekt angegangen war, den Geist von Denver wieder zusammenzusetzten, hatte er sich keinen Deut um nur irgendwas geschert. Ich hing dabei gerne der Theorie nach, dass Ghostwalker aus Liebe zu Zebulon gehandelt hatte, und Aina deshalb gestorben war. 

Ich würde es jedenfalls begrüßen, wenn ein Mann die Welt in Schutt und Asche legte, um mich zu retten. Sogar mehr, als wenn er nur bereit war, sein Leben für mich zu geben. 

Vielleicht konnten große Drachen lieben? Vielleicht waren sie fehlbar, wenn sie übereifrig waren? Ich lachte leise. Und vielleicht spielte das alles jetzt gar keine Rolle.

Das Projekt war schief gegangen - und ganz Boston musste sich nun mit den Folgen herumschlagen. 

Heute war der 14. Juli 2076, und unser 35.Tag im Boston Lockdown.

Noch wurde alles mit jedem Tag schlimmer.

Im Rest der Welt waren inzwischen die ersten beiden Folgen unserer dritten Staffel SatHS gelaufen, und jede von ihnen hatte für helle Aufregung gesorgt. Man hatte sogar versucht, zu verhindern, dass die zweite Episode online ging. Und das alles, obwohl wir weder Firmennamen nannten noch jemanden beschuldigten oder Ursachen offenbarten. Von der Nennung der Namen Großer Drachen ganz zu schweigen. Wir zeigten und nannten alles, was mit dem alltäglichen Leben, Shamblern und Naniten zu tun hatte, ließen Spekulation und jegliche eindeutigen Namen aber weg. Wenn Ronny also in Episode - ich glaube es würde sieben oder acht werden - von dem sprach, was auch immer da raus gekommen war, würde der Name Cereus nicht zu hören sein. 

Natürlich wusste keiner, was wir nennen würde und was nicht. Sie konnten also schon vor dem in Sorge sein, was wir sagen könnten. Doch ich glaubte, dass für den Hype um die Serie und den Druck bei der Veröffentlichung vielmehr der Tatsache verantwortlich war, dass wir tatsächlich die einzigen zu sein schienen, die über die ‚Resonanz‘ und die enge Beziehung zwischen Liam und SpArcade Informationen hinaus brachten. 

Nach dem, was ich jetzt wusste, hätte es durchaus sein können, dass unser anderer Weg nicht funktioniert hätte. Sie hielten offenbar auch Geister mit einer speziellen Barriere auf. 

So konnte unser Ausgang schwieriger zu finden sein, als ich gedacht hatte.

Wenigstens schienen wir der Geschichte heute einen großen Schritt näher gekommen sein.

Es bestand durchaus die Gefahr, dass wir bis über Halloween hinaus in Boston bleiben mussten, um alles zu erledigen und einen Ausgang zu finden.

Ich blickte das Grundstück entlang, dann sah ich hinauf in den Sternenhimmel. Es war schön hier. Das Gelände der Academy war sogar so schön, dass man es hier eine ganze Weile länger aushalten konnte. 

Ich seufzte kurz. Einfach shoppen zu gehen, Champagner und Obst kaufen zu können, fehlte mir allerdings jetzt schon. Meine schönen Kleider und meine wundervollen Schuhe fehlten mir ebenso. Und meine Juwelen, die fehlten mir noch mehr. 

Am meisten vermisste ich Harlequin, schon allein wegen des fantastischen Sex, den wir hatten, und wegen vieler anderer Dinge. 

Ich seufzte, diesmal ausgiebig.

Halloween nicht mit Harlequin und in meinem wundervollen Kostüm feiern zu können, wäre wirklich ärgerlich.

Wie sicher konnten sie diese Grenzen schon machen?

Ich konnte mich wandeln, von einem mächtige Geist verschleiern lassen und einfach losfliegen, um einen Versuch zu starten.

Ich bin schön, mächtig und klug, wer sollte mich aufhalten?

Ich erhob mich von meinem Thron.

Dann lachte ich perlend und ließ mich wieder zurück in den Baum fallen.

Ich könnte losfliegen, aber nicht heute. Verschieben wir’s auf morgen!

❄️❄️❄️

Ende der Episode

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Wir freuen uns, dass du uns während dieser Geschichte begleitest hast, danken dir für’s Lesen und verbleiben bis zum nächsten Mal:

Snowcat and the Howling Shadows

An dieser Stelle bedanken sich die Spieler unserer Runde bei allen, die an der Entwicklung und Verarbeitung der Shadowrun®-Produkte mitgewirkt haben. Ohne ihre Arbeit wäre unser Spiel nicht möglich! 

We would like to thank the authors, artists and all others who are involved in the development of the Shadowrun® rules, adventures and stories. Without them, our game would not be possible.

Vielen Dank auch an @Vin für das Korrekturlesen. ;*

*reckundstrekgenüsslich* Hoffe Ihr habt Spass; *knutschi*