Tales of Snowcat 40: Body Snatcher (Run 84)

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TALES OF SNOWCAT (40)

PERIOD4: Magician

ERA4: Modern Baroque

AGENDA8: Shadowrun

TIMESTAMP1: 05/01 + 02 /2077

RUN NO: 84

ON THE RUN: Hamaka, Snowcat

APPEARANCE2: Blackstone, Drizzt9, Medaron, Phoenix

SPECIAL APPEARANCE2;5: Hell Bent, 

SPOILER ALERT: Die Episode enthält Spoiler auf den Missions-Band „Boundless Mercy“ von CatlaystGameLabs. 

WARNING: Dieser Text ist für Leser unter 17 Jahren nicht geeignet. Sexualität, Gewalt, Magie, Tod, Kraftausdrücke, Folter, Rassismus, Alkohol- und Drogenkonsum können vorkommen. 

DAS GESCHAH ZULETZT:

In Green River muss das Team feststellen, dass das Ziel auch dort bereits abgereist ist. Es gelingt jedoch, einen Hinweis auf den Aufenthaltsort zu bekommen. Giradi ist nach Montréal gegangen. Als das Team den Auftraggeber darüber informiert, wird es ohne zu zögern bezahlt. Man vereinbart, dass UC die Suche auch in Montréal fortsetzen wird.

Am 30.04.2077 kommen die Runner in Montreal an. Am von Nazaire gemieteten Safehouse erwartet das Team ein unangenehmes Begrüßungskomitee in Form von vier Loup Garou, einem Gnawer und einem, wahrscheinlich auch untoten, Zauberer. Das Team kann den Angriff abwehren, dabei wird Phoenix von einem Blutgeist angegriffen, während sie in der Matrix ist. Blackstone verwandelt sich, um den Geist auszuschalten, doch Snowcat kommt ihm mit ihrem Eisatem zuvor und vernichtet den Geist. Über einen Microtranceiver gelingt es, mit dem Anführer der Angreifer zu sprechen und ihn zu fragen, was das soll. Die Antwort ist simpel: Auftraggeber Nazaire ist in Montréal nicht erwünscht. Als Snowcat mit Nazaire Kontakt aufnimmt, stellt sich heraus, dass es sich bei den Angreifern um Mitglieder des Ordo Maximus handelt und diese offenbar denken, Nazaire wäre persönlich in der Stadt. Nazaire verspricht, die Sache zu klären und sich um ein neues Safehouse zu kümmern.

Die Gruppe beschließt, im alten Safehouse zu bleiben. Am frühen Abend des nächsten Tages beginnt man mit der Suche nach Giradi. Dazu soll zunächst Kontakt zu einer örtlichen Gang hergestellt werden: den Hell Souls. Die Kontaktaufnahme gelingt. Der Boss der Gang, Hell Bent, ist bereit, sein Wissen über den Aufenthaltsort von Giradi preiszugeben, wenn die Runner ihm auch einen Gefallen tun. Das Team soll unbemerkt Chips aus einem Container umprogrammieren. Als das Team sich im Zielalagerhaus befindet, stellt es überrascht fest, dass dort mehr Chips sind als erwartet. Das Ganze dauert 50 Minuten, was die Geduld der Runner auf die Probe stellt. Da sie die Nerven bewahren können, erledigen sie den Auftrag problemlos. Danach geht es erstmal zurück ins Safehouse. 

Anmerkungen:

1. Der Zeitstempel wird an unsere Zeitlinie angepasst und ist maximal an die offizielle Timeline angelehnt.

2. Die Episode wurde am 02.08.19 erspielt. Neben mir und dem GM war der Spieler von Hamaka anwesend. Da wir eine große Gruppe von 8 Spielern sind, nimmt jeder Spieler meist nur einen Charakter mit auf den Run. (Unter Umständen kann ein weiterer Charakter für den Run notwendig sein.) So sollen zu viele gleichzeitige Handlungsstränge vermieden werden. Nur in der ausgespielten Downtime kann ein Spieler alle seine aktiven Charaktere ausspielen. Wegen den Widrigkeiten und Schönheiten des RL können nur selten alle Spieler am Spielabend teilnehmen. Deshalb können Charaktere in einer Episoden ohne weitere Erklärung auftauchen, verschwinden oder nicht weiter erwähnt werden. Darüber, welche Charaktere mit auf einen Run gehen, entscheiden die Spieler nach eigenem Gefallen. Das muss nicht immer die logischste Entscheidung sein, und entspricht in keinem Fall nur Snowcats Willen, auch wenn es in der Geschichte anders zu lesen ist. Manchmal ist ein Charakter mit auf einem Run, obwohl sein Spieler abwesend ist. In diesen Fällen wird der Charakter zwar mitgeführt, sein Handeln gerät, wenn möglich, aber in den Hintergrund. Das Spotlight soll auf Charakteren liegen, deren Spieler anwesend sind. Gegebenenfalls hinterlassen Spieler beim GM Regieanweisungen. 

Eine Beschreibung aller Charaktere findest du hier [LINK].

3. Die verlinkten Songs sollen lediglich zu Stimmung beitragen und enthalten keine versteckten Hinweise. Jedenfalls meistens nicht :). Übrigens kaufen wir jeden in den Episoden verwendeten Song, sollte er sich nicht schon vorher in unserem Besitz befunden haben. Nicht nur, damit wir die Songs jeder Zeit auf all unseren Geräten abspielen können, sondern auch, weil wir damit den jeweiligen Künstler unterstützen möchten. Eine Liste mit dem kompletten Soundtrack findest du hier [LINK]. Eine YouTube Playlist zur aktuellen Season findest du hier [LINK].

4. In den ‚Tales of Snowcat’ erzählt Snowcat einem imaginären, nicht näher definierten Zuhörer die Ereignisse aus ihrer ganz persönlichen Sicht. Seit dem Weggang von Katze führt Snowcat auch Tagebuch. Was ihr zunehmend wichtiger wird, da ihr die Dialoge mit Katze fehlen. Man kann ToS demnach auch als Tagebuchauszug betrachten. ‚Period‘ beschreibt dabei den Lebensabschnitt auf dem sich Snowcat befindet. ‚Era' beschreibt das Thema, unter das Snowcat in dieser Zeit den Inhalt ihres Kleiderschranks gestellt hat. ‚Broadcast‘ fasst zusammen, was von dem per Drohne gedrehten Material dem Trideo-Zuschauer der Serie Snowcat and the Howling Shadows zur Verfügung gestellt wird und wann es gestreamt wird.

5. Einige der Namen, die in der Geschichte auftauchen, sind auch in der offiziellen Shadowrun-Welt ein Begriff. Ähnlichkeiten sind beabsichtig. Allerdings kann das hier dargestellte Bild auch deutlich von dem Bild im SR-Kanon abweichen, da es unserer Spielwelt angepasst wurde.

6. Teilweise stehen Dialoge in diesen » « Textzeichen. Die gesprochenen Worte werden dann vornehmlich via Teamnetzwerk oder Commlink verbreitet und sind für Wesen, die keine Mitglieder im Teamnetzwerk sind, nicht oder nur schwer zu hören. Ferner stehen in <> schriftliche Nachrichten und in ‹ › stehen Dialoge via Geistesverbindung, wie zum Beispiel die mit einem Geist unter Kontrolle, Gespräche via Mindnet oder Dragonspeech. Wird zusätzlich eine andere Schriftart verwendet, handelt es sich um unausgesprochene Gedanken oder extra-persönliche Anmerkungen von Snowcat.

7. Snowcat sieht die Geister, die einen Element zugeordnet sind als klassische Elementarwesen:  Luftgeister sind Sylphen, Erdgeister Gnome (früher Brownies), Feuergeister Salamander und Wassergeister sind Undinen. Jeder Geist, den sie beschwört, hat für sie zudem einen eigenen Namen. Guidance Spirits sieht Snowcat als weise Paten, die sie mit Godfather und Godmother betitelt. Guardian Spirits sind für sie Warden, also Krieger verschiedenen metamenschlichen Rassen. Die Warden tragen als Hommage an meine Lieblingsbuchsreihe den ‚Dresden Files‘ von Jim Butcher, die Namen von den Warden des White Council. Spirits of Man sind für sie Leprechauns (Kobolde) und Task Spirits sind Brownies. Beast Spirits bekommen den Titel Master und Plant Spirits den Titel Mother (z.B. Master Wolf oder Mother Oak). 

8. Schlagwort(e), Überschrift(en) unter denen die Episode steht.

9. Der Name ist eine Hommage an die wundervolle Welt Forgotton Realms/Dungeon and Dragons. 

• Weitere Begriffserklärungen findest Du dort: [LINK].

POSTED BY SNOWCAT

[Song 1: Mr. Jigga - Garage Party3] Am Abend des 1. Mai 2077 schmissen Hamaka, Drizzt und ich uns in unsere besten Straßenklamotten - also in die, die wir gestern auch angehabt hatten, bis auf frische Unterwäsche natürlich, jedenfalls hoffte ich, dass das auch auf die anderen zutraf - um im Roadmaster zum HQ der Hell Souls zu fahren. 

Blackstone, Phoenix und Medaron blieben im Safehouse.

Zugegeben ist der riesige, schwer gepanzerte Ares Roasmaster kein unauffälliger Wagen, egal wie matt-grau man ihn auch anmalt. Es sei denn natürlich, man hat einen Chamäleon-Anstrich, so wie wir, und die entsprechenden Sensoren sind eingeschaltet, dann ist selbst ein Ares Roadmaster so unauffällig, dass man nicht vergessen sollte, wo man ihn geparkt hat. Sogar riesige Panzer des UCAS-Militärs wären dann unauffällig. Chamäleon-Farbe ist eine unglaublich coole Erfindung und genau genommen gar keine Farbe, sondern eine Polymer-Schicht, die aus dem Fahrzeug oder Gegenstand oder was auch immer einen riesigen Bildschirm macht. In Sekundenbruchteilen kann man so die Farbe wechseln, immer wieder. Man kann auch bunte Regenbögen via elektronischem Signal auf das Display senden oder ganze Comics, was natürlich wieder sehr auffällig wäre. Oder man leitet ganz clever das Videosignal der Außensensoren auf das Display und geht in den Predator-Modus, was das ‚was-auch-immer‘ de facto unsichtbar macht. Natürlich ist es höchst illegal, diese Chamäleon-Beschichtung zu kaufen, geschweige denn auf einem Fahrzeug wie unserem Roadmaster anzubringen. Mit eingeschaltetem Predator-Modus durch die Gegend zu cruisen ist übrigens nur semi-clever. Ihr ahnt bestimmt selbst warum - hoffe ich.

…wo war ich doch gleich?

Ach ja, wir stiegen in den Roadmaster, weil wir keine andere Wahl hatten, wir hatten nämlich keine anderen Fahrzeuge mit nach Montréal genommen. Was den Rest des Teams wagenlos im Safehouse zurücklassen würde. 

Wie auch immer, Drizzt fuhr. Was mir bei diesem furchtbaren Straßenverhältnissen sogar recht war. Grid-Guide gab es hier nicht, was dafür sorgte, dass man das Lenkrad die ganze Zeit über festhalten musste, wovon einem nach wenigen Kilometern die Arme wehtaten. 

Vor dem HQ der Hell Souls tummelten sich heute noch mehr Autos und Bikes als gestern. Mehr Metamenschen waren auch zu sehen. Die Musik war lauter, die Scheinwerfer bunter. Die Klamotten glitzerten mehr, und wer immer Make-up trug, hatte mehr davon aufgelegt.

Der Grund dafür ist leicht erklärt: der 1. Mai war ein Samstag - und da war Party angesagt. 

Drizzt fuhr den Roadmaster auf das Gelände und parkte ihn nahe der Einfahrt. Falls noch mehr Partygäste kamen, konnten wir so schneller wieder weg.

Der ‚Wächter des Höllentores‘, ein roter Troll mit dem klingenden Namen Hell Bound, winkte uns zu, kaum, dass wir ausgestiegen waren, und wie gestern öffnete er uns mit einer dramatischen Geste die Tür.

Heute war von den laufenden Geschäften der Gang schon allein deshalb nicht viel zu sehen, weil die Tische, an denen Drogen gepackt wurden, durch eine Masse voller schwatzender und tanzender Partygäste verdeckt war. Nur etwas mehr als die Hälfte der Gäste waren Hell Souls. Der Rest gehörte zu den Hangarounds aus der Umgebung.

Hell Bent, der attraktive Ork und seines Zeichens Boss der Gang, saß wieder auf seiner Couch, die diesmal auch noch mit anderen Metamenschen besetzt waren. Hell Bent hob den Arm zum Gruß. „Ah, mes amies, kommt, setzt euch!“, rief er uns zu. Was gleichzeitig dafür sorgte, dass alle anderen die Sitzgruppe um ihn herum verließen, um uns Platz und Privatsphäre zu verschaffen. 

Nach ein wenig Smalltalk reichte ich ihm das Gerät, mit dem wir in der Nacht die Chips umprogrammiert hatten.

Hell Bent gestikulierte zur Seite, während er mich weiter anlächelte. Als er die Bestätigung erhielt, dass wir alle 500 Träger mit Chips bearbeitet hatten, breitete sich ein zufriedenes Lächeln zwischen seinen gepflegten Hauern aus. Er reichte mir einen Datenchip und fragte dann: „Was hatte ich gesagt? 500 pro Kiste?“

Ich nickte.

„Wie viele wart ihr denn?“, wollte er wissen.

„Wir waren zu sechst!“, antwortete ich ohne zu zögern. 

„Das sind dann 15.000“, addierte Hell Bent richtig. Ich war nicht mal davon ausgegangen, dass wir das Geld pro Person bekommen würden, aber so war es mir natürlich recht. „Wollt ihr Nuyen oder gute Hell-Soul-Credits?“

„Credits natürlich!“, erwiderte ich, nicht nur, um ihm einen Gefallen zu tun. Die Credits konnten wir nämlich jederzeit bei der Gang in Equipment umtauschen.

Das Lächeln im Gesicht von Hell Bent wurde noch breiter. „Sehr gut. Wir können alles besorgen, was man brauchen kann!“

„Auch Jazz?“, fragte ich sofort. Braumeister Tiernan war nicht vor Ort, es gab also keine magischen Tränke, die die Reflexe verstärkten. Zudem hatte ich nur wenig Kampfdrogen dabei, und wenn Giradis Versteck wirklich eine befestigte Anlage mit Sicherheitskräften war, würden wir vielleicht noch mehr Equipment brauchen. Eines stand jetzt schon fest, ohne dass ich den Chip mit den Informationen angesehen hatte. Giradi würde nicht der einzige IoND sein, der dort war, und somit auch nicht der einzige Magier.  

„Klar, auch Jazz!“, war die Antwort auf meine Frage.

Hamaka wollte wissen: „Kannst du auch Zombiepulver besorgen?“

Das Programm auf dem Commlink des Orks hatte wohl keine Übersetzung für das Wort Zombiepulver gefunden, darum hatte er die Frage auf Englisch gestellt.

Ich übersetzte, obwohl ich nicht glaubte, dass die Hell Souls gut in der Beschaffung von magischen Spezialzutaten waren.

Hell Bent winkte prompt ab: „Nee, das braucht ja keiner.“

❄️

Wir beschlossen, noch eine Weile zu bleiben, um unser Verhältnis zur Gang noch mal zu verbessern, indem wir mit ihnen Party machten.

Ich lud zu Trinkspielen ein, wie ich sie bei Harlequin gelernt hatte, und führte ein paar kleine Karten- und Zaubertricks vor. Zwischendurch konnte ich bemerken, dass einige der hier anwesenden Ganger fasziniert von Hamakas Knochen-Cyberhand waren, die er heute angelegt hatte. Besonders einigen jungen Orkfrauen hatte es die Hand angetan. Eine Skeletthand steigerte demnach die Attraktivität von Hamaka, jedenfalls aus der Sicht einer Hell Soul. 

Wie auch immer, wir kamen im Allgemeinen gut an und somit würden wir schon mal einen Anlaufpunkt haben, sollte in den nächsten Tagen hier im Montréal-Sprawl irgendwann etwas schiefgehen.

Connections waren so wichtig!

❄️

Nach einer Weile kam Hell Bent mit zwei Flaschen Bier in der Hand zu mir gelaufen. „Sag mal, könnt ihr mir vielleicht noch einen Gefallen tun?“, fragte er.

Ich nahm ihm das Bier ab, welches er mir hinhielt und legte den Kopf ein wenig schief. „Glaub schon. Worum geht es denn?“ Ich trank einen Schluck.

„Kay St. Jaques, das ist 'ne Krankenschwester. Die hält hier 'ne Kinderklinik am Leben. Da bringen die Leute auch Kinder hin, die im Sterben liegen.“, begann er.

Ich nahm eine gradere Haltung an, um mich dem ernsten Thema entsprechend zu verhalten. Hier ging es um mehr als nur um Geschäfte. 

„Die stehen unter unserem Schutz, aber denen sind jetzt Kinder entführt worden. Ich hab auch schon ein paar von uns rüber geschickt. Aber wir haben nicht rausbekommen, was passiert ist.“ Er kratzte sich am Kinn. „Vielleicht könnt ihr das ja rausbekommen und stoppen? Also so, dass keine Frätze mehr entführt werden.“

„Sicher!“, erwiderte ich ruhig. „Habt ihr irgendwelche Ansatzpunkte, an denen wir starten können?“

Hell Bent schüttelte den Kopf und sprach nun leiser: „Nee, so gar nicht. Wäre auch cool, wenn ihr keinem sagt, dass ihr das klären sollt. Auch nicht vor den anderen hier.“ Er deutete mit der Flasche rund um den Raum. „Kommt nicht gut, wenn ich das nicht handhaben kann. Die stehen ja unter meinem Schutz. - Außer Kay natürlich, der könnt ihr sagen, dass ich euch geschickt habe!“

Ich nickte, trank mein Bier in einem Zug aus und meinte: „Das sehen wir uns besser gleich an. Nicht, dass heute noch ein Kind wegkommt.“

„Klasse!“, Hell Bent sah erfreut aus. „Ich zahl euch natürlich was dafür. 4000 Nuyen pro Runner und die Summe wird verdoppelt, wenn ihr wieder Creds nehmt!“

Diesmal verhandelte ich nicht. „Geht klar!“, sagte ich nur. 

Dann rief ich Drizzt und Hamaka zu mir.

❅❅

[Song 2: Zoe Keating - Escape Artist3] Bei der Kinderklinik handelte es sich um ein altes Backsteingebäude mit drei Etagen. Vor dem Eingang stand ein Counter-Häuschen, in dem ein menschlicher Mann Wache hielt. Als ich ihm sagte, dass wir zu Kay wollten, ließ er uns ohne Probleme vorbei. 

Eine ebenfalls menschliche Frau zwischen 40 und 50 Jahren mit freundlichem, runden Gesicht und braunen Haaren und in himbeerfarbener Kliniktracht stand hinter dem Empfang.

„Oh, das ging aber schnell!“, meinte sie freundlich lächelnd und kam hinter dem Tresen vor, um uns die Hand zu schütteln. 

Hell Bent hatte uns offenbar angekündigt.

Wir gingen in die Cafeteria, die aus ein paar Tischen mit Stühlen und drei Automaten bestand und um diese späte Zeit leer war.

Das Geschehen hatte Kay schnell zusammengefasst: Insgesamt sechs Kinder waren in den vergangenen Wochen jeweils in der Nacht mit einem Abstand von drei bis sechs Tagen spurlos verschwunden. 

Ich ließ mir alle relevanten Daten zu den Kindern sagen. Dabei kam heraus, dass es keinerlei Gemeinsamkeiten zwischen den Kindern gab, bis auf dass sie eben Kinder und hier im Krankenhaus gewesen waren. Jungen und Mädchen, zwischen 5 und 14 Jahren und von einem gebrochenen Arm, über ‚zur Beobachtung', bis hin zu einem Kind, das nicht mehr sehr lange leben würde, war alles dabei. Ja selbst in ihren Familiensituationen unterschieden sie sich in der möglichen Bandbreite - vom Straßenkind bis zum viel umsorgten Orkmädchen aus einer Großfamilie. Nicht mal die Rasse hatten sie gemein. 

Die Betten, aus denen die Kinder geraubt worden waren, waren insofern gleich, dass alle Kinder aus den Betten im ersten Stock verschwunden waren. Was aber einzig und allein daran lag, dass dort die meisten Kinder untergebracht waren. 

❄️

„Wenn es hier eine Viktimologie gibt, kann ich sie nicht finden“, fasste ich zusammen.

„Eine was?“, fragten Drizzt und Hamaka beinah gleichzeitig. 

Ich erklärte: „Die Opfer haben keinerlei Gemeinsamkeiten. - Dass heißt, hier geht es nicht um Sexualdelikte und nicht um Menschenhandel. Organhandel schließe ich auch aus, ebenso wie dass es um spezifisches genetische Material oder Ersatzteile geht.“

„Warum kein Organhandel?“, wollte Hamaka wissen.

„Weil die Entführer keine Anstalten gemacht haben, nach der Krankengeschichte der Kinder zu schauen. Es gibt durchaus Krankheiten, die die Organe dauerhaft schädigen und für weitere Zwecke unbrauchbar machen.“

Hamaka schob die Unterlippe zwischen seinen Hauer vor. „Na gut, wenn du das sagst, dann ist das wohl so. Was bleibt dann noch?“

„Die Kinder könnten als Mahl für einen Infizierten gedacht sein“, befürchtete ich.

Kay schlug entsetzt die Hand vor den Mund.

Drizzt fragte: „Sind denen denn Krankheiten egal?“ 

Ich nickte. „Im Großen und Ganzen ja. Ich habe mal gehört, dass kranke Metamenschen einigen Infizierten nicht gut schmecken. Aber wenn es einem nur darauf ankommt, sich zu ernähren, sind kranke Personen kein Problem. Und Kinder haben genauso viel Lebensessenz zu bieten wie Erwachsene. Mehr noch, man kann bei Kindern sogar davon ausgehen, dass sie davon bisher nichts verloren haben, da man Kindern in der Regel keine Cyberware oder so einsetzt.“

„Wie lange würde denn so ein Kind satt machen?“, wollte Hamaka nun wissen.

Ich seufzte kurz. „Ja, das ist das einzige Problem bei der HMHVV-Infizierten-Geschichte. Eigentlich müsste ein Kind einen Infizierten mehrere Monate satt machen. Also entweder möchte sich der Entführer einen Vorrat anlegen oder mehrere sollen ernährt werden. Oder aber er ist im Fressrausch und überfrisst sich einfach. Also ‚saugt‘ aus, ohne dass er das nutzen kann.“ Natürlich gäbe es auch die Möglichkeit, dass er Essenz speichern konnte oder daran experimentierte, einen Weg dafür zu finden. Doch der Gedanke war so gruselig, dass ich ihn nicht ansprach. 

Ich fragte nach sehr persönlichen Gegenständen der verschwundenen Kinder. Da man immer nur die Kinder mitgenommen hatte, herrschte daran kein Mangel. Krankenschwester Kay ging los und kam mit einem Karton voller Plüschtiere und anderen persönlichen Dingen zurück. Ich nahm mir die Kuscheldecke des Jungen, der als letzter, also vor drei Nächten, entführt worden war. 

Ich setzte mich auf einen Sessel in einer Ecke der Cafeteria, zog meine Handschuhe aus und stellte dann Aurenkontakt mit der buntgemusterten Decke her.

❄️

Niedergeschlagenheit, aber auch Kinderlachen, der Geruch nach Desinfektionsmitteln, Körperwärme, Geborgenheit und dann, irgendwann, werde ich plötzlich von dem entfernt, der mich gekuschelt hat. Oder es von mir. Da ist weder Gewalt noch Schmerz oder Tränen. Da ist einfach nur die schwindende Wärme des Körpers, bevor alles in völlige Belanglosigkeit verfällt.

❄️

Mit der Kraft der Psychometrie ist das immer so eine Sache. Besonders, wenn wie hier kein ungewöhnliches Ereignis die Aufmerksamkeit des Gegenstandes auf sich gezogen hat. Dennoch konnte ich aus dem Erlebten einiges schließen. Es war keine Gewalt im Spiel gewesen. Außerdem schien das Kind nicht selbst gegangen zu sein. Es hatte keine Angst gehabt, war vielleicht nicht einmal wach geworden. 

Mit ziemlicher Sicherheit hatte der Täter Magie eingesetzt. 

Ich erzählte den anderen, was ich gesehen und geschlussfolgert hatte.

„Es fühlte sich an, als habe man das Kind einfach aus dem Bett gehoben, während es geschlafen hat!“, fügte ich erklärend hinzu. „Das klingt irgendwie nach einem Täter, der mitnimmt, was er tragen kann.“

„Wenn der Täter nur ein Kind tragen kann, ist er nicht sonderlich stark“, stellte Hamaka im neutralen Ton fest.

❄️

„Was gibt es denn hier an Sicherheit?“, fragte ich die Krankenhausbetreiberin Kay.

„Nicht sonderlich viel!“, erwiderte diese. „Wir haben drei Wachmänner, die hier im Schichtdienst arbeiten. Außerdem gibt es zwei Kameras innen im Eingangsbereich. Wenn uns Ärger droht, dann informiere ich die Hell Souls. Ich selbst bin die meiste Zeit hier, denn ich wohne in der dritten Etage. Da habe ich eine kleine Wohnung. Aber mir ist gar nichts aufgefallen, obwohl ich in den letzten Nächten immer wieder nach den Kindern gesehen habe.“ Sie klang niedergeschlagen.

„Können wir die Kameraaufzeichnungen von vor drei Nächten sehen?“, fragte ich nun.

Kay nickte. „Selbstverständlich!“

❄️

Wir verbrachten gut zwei Stunden damit, uns die Aufzeichnungen anzusehen. Dann waren wir uns sicher, dass sich um 2.34 Uhr und um 2.46 Uhr der Lichteinfall auf die Art verändert hatte, wie er es tat, wenn sich die Eingangstür öffnete. 

An den Kameradaten selbst schien nichts bearbeitet worden zu sein, wie uns Phoenix mitteilte, der wir die Daten geschickt hatten.

Das sah uns wie die Auswirkungen der Verschleierung durch einen Geist aus. 

Der Wachmann im Häuschen vor dem Eingang hätte das Öffnen der Tür durchaus bemerken können, wenn er genau zu diesem Zeitpunkt aufmerksam gewesen war und die Tür hinter sich im Blick gehabt hatte. 

Natürlich hatte Kay mit dem Mann gesprochen, der sich auch nicht hatte erklären können, wie die Kinder weggekommen waren. 

Ob wir selbst mit dem Mann sprechen wollten, fragte Kay noch. Ich verneinte. 

Das würden wir uns für den Fall aufheben, dass wir nicht weiterkamen.

❄️❄️

Drizzt, Hamaka und ich hatte einige Möglichkeiten zur Überwachung diskutiert. Am Liebsten wollten wir die Kinder taggen, um dem oder den Entführern dann unbemerkt zu ihrem Versteck folgen zu können. Vielleicht lebten einige der Kinder noch.

Doch das war heute Nacht noch nicht möglich, weil wir nicht die erforderlichen TAGs besaßen.

Selbstverständlich mussten wir heute Nacht schon etwas tun. Nicht auszudenken, wenn heute wieder ein Kind entführt werden würde. 

Also würden wir in dieser Nacht ‚Verstecken‘ mit den Entführern spielen.

Das Problem mit der Verschleierung war - und wir gingen im Moment davon aus, dass die Kraft der Verschleierung von den Tätern eingesetzt wurde - dass sie aufhörte zu wirken, wenn sie einmal durchbrochen war.

Das hieß im Umkehrschluss: Wenn wir ein etwaige Entführung heute Nacht bemerken wollten, würden wir die Tür oder die Umgebung im Auge behalten müssen. Wenn wir die Entführer dann hoffentlich auf irgendeine Art bemerkten, dann würde die Kraft aufhören zu wirken und sie sichtbar werden. Damit würden die Entführer allerdings wissen, dass sie bemerkt worden waren. So wäre ein heimliches Folgen zur ihrem Versteck nicht mehr möglich.

Warum ich das jetzt so ausführlich erkläre? 

Nun, weil das bei unserer heutigen Überwachung im Falle eines Falles der Knackpunkt sein würde.

Rein statistisch standen die Chancen nämlich gut, dass sie heute Nacht zuschlugen. 

Mit diesem Gedanken hatte ich es eigentlich schon besiegelt. 

❄️

Um niemanden abzuschrecken, parkten wir unseren Roadmaster ein Stück um die Ecke.

Im Anschluss versteckten wir uns in einem Hauseingang in Sichtweite zur Auffahrt des Krankenhauses. 

Zudem beschwor ich Leprechaun Fergus7 und bat ihn, uns und sich ebenfalls zu verschleiern. 

‚Hide and Seek‘ ist in der magischen Variante doch eine ganze Spur aufregender. 

Hamaka hatte sich Gebüschi unter den Arm geklemmt, so musste er die Wartezeit hier nicht geistlos verbringen. Die Hülle und somit die Dienstzeit des Geistes würde in wenigen Tagen abgelaufen sein. Doch noch war er da. 

Ich gebe gerne zu, dass ich mich inzwischen an diese Version einer Hülle mehr als nur gut gewöhnt hatte. Warum Leichen nehmen, wenn es doch auch totes Buschwerk tat? - Ja, ich weiß, wegen der anderen Möglichkeiten. Schon allein, dass ein Leichnam Hände besaß. Doch heute Nacht war das nicht mein Problem.

❄️

[Song 3: Perfume Genius - My Body3] Kurz nach ein Uhr änderte sich die Haltung des Wachmannes plötzlich. Er streckte sich, sein Blick wurde starr, er trat aus seinem Kabuff, ging zur Tür und öffnete sie.

Wir alle hatten es bemerkt und sahen nun ganz genau hin. 

Es dauerte vielleicht den Bruchteil einer Sekunde, dann wurden acht dürre, in Lumpen gehüllte Gestalten sichtbar. Sie wirkten ausgemergelt und ihre Gesichter waren zu gruseligen Fratzen verzogen.

Was zur Hölle? Acht?

So viel zu meine Theorie des schwachen Einzeltäters.

Glatzköpfig, riesige Augen, laut Fergus dual. Es war keine Frage, dass das Ghoule waren. In ihrer Mitte, neben einem, der der Formation nach zu urteilen ihr Anführer war, schimmerte die grummelige Gestalt eines dicken Hausmeisters - das war ihr manifestierter Geist. 

Vier von ihnen drehten sich zu uns um. 

Und entdeckten uns.

Drizzt zog seine schallgedämpfte Maschinenpistole und fragte: »Befehle?6«

»Feuer frei auf die Ghoule«, sagte ich an. »Ich banne den Geist!«, und nutzte so gleich die Gelegenheit, dass wir sie wenige Sekunden gesehen hatten, bevor sie uns entdeckt hatten. Ich zerstörte die Bindung zwischen dem Geist und seinem Herren, bis er diesem keine Dienste mehr schuldig war. Die für einen Geist sanfteste Methode, ihn zurück auf seine Ebene zu schicken.

Kaum hatte ich diese Tat beendet, stürmten auch schon sieben Ghoule auf uns zu. 

Sie beabsichtigten, uns im Nahkampf anzugreifen und zwar mit dem, was ihnen zur Verfügung stand, was in ihrem Fall ihre Klauen waren. 

Klauen, die HMHVV übertrugen.

‚Bloß nicht kratzen lassen’, dachte ich bei mir. Gedanken sind ja deutlich schneller als Worte. Zeit, die anderen daran zu erinnern, blieb mir nämlich gerade nicht.

Nur ihr Magier blieb stehen und gestikulierte. 

Was immer er versucht hatte, es kam nicht durch den magischen Schutz, den ich mir und meinen beiden Gefährten gewährte.  

Einer der Ghoule preschte auf mich zu, so schnell ihn die dünnen Beine trugen. 

Ich dachte nicht viel nach und setzte alles auf Verteidigung. Behände wich ich ihm aus. Ich war ja auch viel zu schön, um von einem hässlichen Ghoul gepackt zu werden. 

Mehr aus dem Augenwinkeln sah ich, dass sich jeweils drei Ghoule auf Hamaka und Drizzt stürzten oder stürzen wollten.

Hamaka schaffte es ebenfalls irgendwie, seinen Gegnern auszuweichen. Gerade noch so, aber ausgewichen war ausgewichen.

Bei Drizzt sah das Ganze schon deutlich eleganter aus. Er fand sogar noch die Zeit, mit einer geschmeidigen Bewegung seine Kukris aus den Scheiden am Rücken zu ziehen. Womit er auch gleich mal einen der Ghoule bei sich niedermähte. 

Ein wenig entsetzt bemerkte der Ghoul-Zauberer, dass sein Geist ihm nicht mehr zu Diensten war.

›Fergus, wirke bitte Confusion auf die Ghoule und beginne beim Mage‹, wies ich meinen Geist gedankenschnell an und versuchte mich gleichzeitig an einem Eisspeer, den ich auf den Ghoul in meiner Nähe schleuderte.

›Wie ihr wünscht, Mylady‹, bestätigte Fergus.

Mein Eisspeer hingegen verpuffte wie eine kühle Brise in der Wüste. 

Mit zwei, drei schnellen Hieben machte Drizzt unterdessen den zweiten Ghoul platt. 

Unser Nocturna war wirklich gut! 

Allerdings wollte ich mir nachher nicht anhören, dass er auch heute Nacht der einzige gewesen war, der gearbeitet hatte. 

Also zog ich meinen Blacktooth Dagger und ließ gleichzeitig ein weiteren Spruch auf meinen Angreifer los, ungeachtet dessen, dass man nebenbei gesprochene Magie deutlich schwerer entziehen konnte. 

Diesmal saß der Zauber. Mein Ziel wurde von einer Eisschicht überzogen, erstarrte in seiner Bewegung und fiel nach hinten um.

Drizzt zog seine Kukris überkreuzt voll durch und schlug damit Ghoul Nummer drei den Kopf ab.  

Hamaka stand unter Druck und war durch das Abwehren von Angriffen ein bisschen ins Hintertreffen geraten, aber inzwischen hatte er immerhin seine Machete gezogen. Kurz darauf kam Leben in Gebüschi, der einen der Ghoule bei Hamaka mit einem verdorrten Ast berührte, worauf dieser zur Salzsäule erstarrte.

So blieben immer noch zwei Ghoule bei Hamaka. Einen davon überzog ich ebenfalls mit Eis. Sichtbar gefroren versuchte er nun zu fliehen, während Gebüschi den letzten Angreifer seines Meisters erstarren ließ.

Soweit hatten wir alles im Griff. 

Ich sah mich um. 

Verdammt, der Mage war nirgends zu sehen. 

Drizzt knüppelte gerade den Wachmann nieder, damit dieser uns nicht in den Rücken fallen konnte. »Drizzt, wo ist der Ghoul-Zauberer?«, rief ich ihm via Teamnetzwerk zu.

Drizzt zuckte mit den Schultern, verpasste dem Wachmann einen Kinnhaken und erwiderte: »Keine Ahnung. Ich lauf rein und check, ob er zu den Kindern ist.«

»Copy«, bestätigte ich. Der vereiste Ghoul begann bereits aufzutauen und wurde somit schneller. Es war keine gute Idee, ihn entkommen zu lassen. Wer wusste schon, wie viele sie noch in ihrer Sippe hatten? Also jagte ich ihm den Stoß meines Eisatems in den Rücken. Das war vielleicht nicht sonderlich fair, aber hey, sie hatten Kinder entführt und mit ziemlicher Sicherheit gegessen, da hörte jegliche Fairness auf. 

Der Ghoul zerplatzte zu gefrorenen Fleischwürfeln - und würde zukünftig keine Kinder mehr essen.

Ich wollte gerade auf astrale Wahrnehmung umschalten, um nach dem feindlichen Mage zu suchen, als dieser paralysiert und verwirrt zwischen Gebüschi und Fergus sichtbar wurde und rücklings zu Boden schlug. 

❄️

„Und die Kinder?“, fragte ich wenig später den verkrampft auf der Straße liegenden Ghoul.

„Die haben wir gegessen!“, presste er ohne Bedauern, aber auch ohne Aggression zwischen den paralysierten Lippen hervor. 

Ich seufzte leise. Damit war leider zu rechnen gewesen. Ich erhob mich aus der Hocke zu voller Größe und drehte mich zu meinen beiden Männern um. „Ich würde die Überlebenden ja laufen lassen“, begann ich leise, „aber das verlagert das Problem nur. Die Ghoule haben einfach nur Hunger. Sich zu ernähren scheint zumindest für die acht schwierig gewesen zu sein.“ 

Hamaka legte mir sanft seine linke Hand auf die Schulter: „Überlass das mir. Ich bringe ihnen Frieden, dann haben sie keinen Hunger mehr - und je nach Glauben gehen sie in eine bessere Welt.“

Ich nickte dankbar.

Tatsächlich hatte es Hamaka genauso gemeint, wie es geklungen hatte. Der Ork ging zu jedem der vier schwerverletzten Ghoule, die noch am Leben gewesen waren, sprach ein paar Worte mit ihnen und tötete sie dann, was überraschend friedlich aussah.

Dann konservierte er die Leichen und verstaute jede in je einen der Leichensäcke, die er aus dem Roadmaster geholt hatte.

❄️

Wir überbrachten Kay die traurige, aber auch beruhigende Nachricht. Wenigstens würden in nächster Zeit keine weiteren Kinder mehr entführt werden. 

Zudem versprachen wir, tagsüber wiederzukommen. Ich konnte mich mit Heilmagie ein wenig um die Kinder kümmern. Außerdem konnten Hamaka und ich gemeinsam einen mächtigen Hüter aufstellen, der das Krankenhaus zumindest für die nächsten Wochen vor Magie schützen würde.

Selbstverständlich hatte Kay St. Jaques das Schicksal der Kinder betroffen gemacht. Doch sie war Realistin genug, das verarbeiten zu können. Sie besann sich auf die Zukunft und die, die sie noch retten konnte. 

Apropos Zukunft:

„Wollten wir noch ein Bier trinken gehen?“, fragte Hamaka, nachdem wir das Krankenhaus verlassen hatten.

Drizzt checkte die Zeit. „Klar, bisschen hab ich noch, bis es hell wird. Lasst uns was trinken gehen!“

Wir fanden dann tatsächlich auch eine Bar, die noch geöffnet hatte.

❄️

Wir kehrten erst kurz vor Morgengrauen ins Safehouse zurück. 

Ich warf Phoenix den Chip mit den Informationen zu, die uns Hell Bent über den Aufenthaltsort von Giradi gegeben hatte. Ungesehen. Später war auch noch genug Zeit, den nächsten Schritt in Sachen Auftrag anzugehen.

Als ich nach oben in mein Zimmer ging, war Hamaka noch damit beschäftigt, die sieben Ghoul-Leichen in den Schrank unter der Treppe nach oben zu den fünf anderen Toten zu stapeln. 

Was dann schon irgendwie skurril war. 

Wir sollten demnächst die Kopfgelder für die Infizierten einsammeln, sonst würden uns die Leichensäcke ausgehen. 


Ende der heutigen Episode.


❄️❄️❄️


Wie es an der Adresse aussehen wird, ob das Team noch mehr Infizierte sammelt und ob man Giradi endlich habhaft werden kann, wird demnächst hier zu lesen sein. 


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Wir freuen uns, dass du uns während dieser Geschichte begleitest hast, danken dir für’s Lesen und verbleiben bis zum nächsten Mal:

Snowcat und die Runner von UC.

An dieser Stelle bedanken sich die Spieler unserer Runde bei allen, die an der Entwicklung und Verarbeitung der Shadowrun®-Produkte mitgewirkt haben. Ohne ihre Arbeit wäre unser Spiel nicht möglich! 

We would like to thank the authors, artists and all others who are involved in the development of the Shadowrun® rules, adventures and stories. Without them, our game would not be possible.

Vielen Dank auch an @Vin für das Korrekturlesen. ;*

*reckundstrekgenüsslich* Hoffe Ihr habt Spass; *knutschi*